TEST // Dodoresque

TEST // Dodoresque

Verfasst von Elliot Kovanda am .

Dank der begeisterten Kickstarter-Community und dem cleveren Entwicklerteam bestehend aus Martin Otzmann und Mario Arthur wird einem längst verstorbenen, flugunfähigen Vogel wieder Leben eingehaucht. In „Dodoresque“ schlüpfen 2-4 SpielerInnen in die Federn der namensgebenden Laufvögel und versuchen binnen 15-20 Minuten das beeindruckendste Nest zu bauen. Ob die Reanimation der Spezies gelungen ist oder ob „Dodoresque“ besser wieder in einer Ecke des Spieleschranks begraben werden sollte verrät folgender Test.

Tetrahedron Games hat der Brettspiel-News.de Redaktion freundlicherweise ein kostenloses Exemplar zum Testen zur Verfügung gestellt. Wie immer wird sich das nicht auf unsere Wertung auswirken.

So spielen die Dodos Dodoresque

Zu Beginn einer Partie werden die Spielkarten in drei unterschiedlich riskante Abenteuerstapel geteilt. Außerdem erhält jeder Spieler drei Karten, von denen eine Beliebige auf den Austauschstapel gelegt wird. Nun platzieren die SpielerInnen die simplen Gesundheitsanzeigen vor sich – jeder Dodo hat 3 Leben – und das Spiel kann beginnen. In den kurzen Partien geht es also darum, die richtigen Stapel zu wählen, um möglichst schnell an die geeigneten Rohstoffe zu gelangen und ein einheitliches Nest zu bauen.

Der Reihe nach führen alle Dodos (und Dodas) maximal zwei von drei möglichen Aktionen aus. Es kann beispielsweise ein Abenteuerstapel gewählt werden, um im Dschungel Nestbaumaterial zu ergattern. Dabei wird die entsprechende Karte umgedreht und die zugehörige Konsequenz bearbeitet. Gelegentlich sind Rohstoffe unbewacht und SpielerInnen können sich dieser ohne Weiteres habhaft machen. In anderen Fällen muss man die passende Handkarte ablegen, andernfalls riskiert man leer auszugehen oder gar Schaden zu nehmen. Hier gilt es den richtigen Abenteuerstapel zu wählen, denn je besser der Rohstoff sein soll, desto wahrscheinlicher ist dieser auch bewacht.

Die zweite Aktionsmöglichkeit ist der Nestbau. Dabei legen SpielerInnen solchermaßen ergatterte Rohstoffe vor sich aus und bilden damit ihr Nest bzw. ihre Nester. Insgesamt können zwei Nester gebaut werden, welche aus jeweils einem Grundmaterial, einer Polsterung sowie einer Dekoration bestehen. Bei Spielende werden also maximal 6 geschickt kombinierte Karten gewertet.

Die dritte Option bietet der Austauschstapel. Hier wird eine eigene gegen eine von anderen SpielerInnen abgelegte Handkarte getauscht. Einige sind dabei offen, andere verdeckt und beinhalten somit eine Überraschung.

Sind zwei dieser drei Aktionen abgeschlossen, so ist der nächste Vogel an der Reihe. Sobald einer der drei Abenteuerstapel leer ist oder ein Dodo seine Lebenspunkte verliert, ist das Spiel beendet und die Nester werden gewertet. Vollständige Nester geben dabei selbstverständlich mehr Punkte als unvollständige. Wer es darüber hinaus schafft, gleiche Landschaften zu kombinieren wird abermals belohnt.

Das Spielmaterial unter der Lupe

„Dodoresque“ ist ein kleines Spiel und somit nicht sonderlich umfangreich. Die Box sowie die rund 100 Spielkarten sind mit kräftigen Farben gestaltet und aus dicker, handlicher Pappe geschnitten. Das Design bleibt dem Thema treu und bringt mit kurzen Sprüchen und Witzen eine Leichtigkeit in das Spiel.

Die Anleitung ist kurz und somit schnell verstanden. Einzig die Wertung bei Spielende erfordert genaueres Hinschauen.


Lohnt es sich nun den Dodo wiederzubeleben? Wenn ich könnte, würde ich. Dodos sind knuffig und werden in „Dodoresque“ geschickt inszeniert. Leider reicht das Thema und schöne Design für ein erfolgreiches Spiel nicht aus. Beim Spielen hat mich „Dodoresque“ immer wieder an den früheren Kickstarter-Megahit „Exploding Kittens“ erinnert. Beide Spiele sind schnell, nehmen sich nicht allzu ernst, fordern mehr Glück als Verstand und versuchen es mit lockerem Humor. Leider hinkt „Dodoresque“ in der Umsetzung hinterher. Wo bei „Exploding Kittens“ Spannung herrscht, wirkt das Umdrehen der Karten in „Dodoresque“ eher monoton. Die Abläufe wirken immer gleich, der Austauschstapel funktioniert nicht richtig und die Nester fühlen sich mehr an wie willkürliche Sammlung, denn als eine gemütliche Bleibe.

Tetrahedron Games ist sich jedoch bewusst, welche Art Spiel sie entwickeln wollten, schließlich vergeben sie selbst 5/5 Glückspunkten und betonen die kurzen Runden. Die Einstufung 14+ ist vor diesen Gesichtspunkten aber übertrieben, denn auch Kinder sollten mit „Dodoresque“ gut zurechtkommen.

Wem viel an dem Dodothema liegt, kann gerne einen Blick auf das Spiel werfen. Wer nur nach einem schnellen, simplen Kartenspiel sucht. ist mit „Exploding Kittens“ oder gar „UNO“ aus meiner Sicht besser bedient.

Bilder zum Spiel

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Tags: Kickstarter, Sets erstellen, 2-4 Spieler, Kartenspiel

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