TEST // Trench Foot

TEST // Trench Foot

 

Das Spielmaterial

Das Spielmaterial ist trotz einer Kleinauflage richtig gut geworden. Der Autor subventioniert das Spiel derzeit noch. Die Einheiten sind in einem 3D-Drucker entstanden und hochwertig gefertigt. Jedes Land hat andere Truppen, also auch abweichende 3D-Modelle. Die kleinen Stangen, die an jeder Miniatur befestigt sind passen perfekt zu den beigelegten Markern, die sich darauf stecken lassen.

Die Spielübersicht ist kompakt gehalten, was auch für die Anleitung gilt. Diese umfasst nur 16 Seiten, wobei nur ein Teil davon die Kernanleitung enthält. Zusätzlich gibt es eine Schnell-Anleitung und eine Spielübersicht auf der Rückseite. Alles ist verständlich und auf den Punkt gebracht. Einmal Lesen ist ausreichend um alles zu begreifen.

meinung zum spiel DK

Mich hat „Trench Foot“ sofort abgeholt, da mache ich keinen Hehl draus. Ich mag konfrontative strategische Spiele und das Setting 1. Weltkrieg ist noch reichlich unverbraucht. Gleichzeitig habe ich früher die Spiele geliebt, dessen DNA in der analogen Version definitiv zu finden ist. Ein wenig hatte ich die Befürchtung, deswegen enttäuscht zu sein, doch tatsächlich ist es dem Autor gelungen genau dieses Spielgefühl auf den Tisch zu bringen.

Die einfachen Regeln und das simple aber perfekte Markersystem ermöglichen es, jederzeit für jede/n einen strategischen Überblick über das Spielgeschehen zu bieten. Das zusammen ist schon eine sehr gute Mischung für strategische Kämpfe. Auch das System der Würfelanzahl, abhängig vom erlittenen Schaden von Einheiten und der erhöhten Trefferwahrscheinlichkeit der erfahrenen Truppen ist simpel, nachvollziehbar und somit sehr fair. Die Entwicklung einzelner Einheiten macht sie wertvoll und es muss gut überlegt werden, ob sie in einem Gefecht riskiert werden oder ob sie mindestens zwei Runden aus dem Spiel genommen werden, um sie zu reparieren. Überhaupt sind Ressourcen knapp, denn das Erobern von Forts ist durchaus aufwändig. Es muss jederzeit immer gut zwischen Offensive und Verteidigung entschieden werden.

Beim Thema Entscheiden kommen wir auch gleich zum nächsten relevanten Punkt. In der Anleitung wird empfohlen, einen Timer zu verwenden, um die Spielzeit zu verkürzen. Tatsächlich macht das Sinn und es simuliert noch mehr den Charakter eines Gefechts, bei dem ein General meistens nur kurze Zeit hat, seine Armee zu befehligen. Ohne Zeitbegrenzung kann das Spiel recht schnell epische Ausmaße annehmen, ohne Spielspaß zu gewinnen. Eher verliert es ohne deutlich an Spielreiz. In der Bewertung wurde der zeitlich eingegrenzte Modus berücksichtigt.

Wo viel Licht ist, da ist auch Schatten. Bezogen auf die Spielwelt wäre es wünschenswert, wenn es mindestens zwei Spielfelder geben würde, die optisch etwas kleinteiliger gestaltet sind. Für das mögliche Kickstarter-Projekt wäre es wünschenswert, da noch einen professionellen Designer an das Spiel zu lassen. Das gilt auch für die übrigen Spielmaterialien, auch wenn sie derzeit schon brauchbar und sehr übersichtlich sind.

Negativ aufgefallen ist das Benennen der Kampfreihenfolge. Diese sollte aktuell am besten notiert werden, was unnötig umständlich ist. Doch der Autor hat auf das Feedback bereits reagiert und zieht ein Marker-System dafür in Betracht.

Bedingt durch die kleine Auflage ist derzeit jede Einheit nur einmal als Miniatur enthalten. In der kommenden Kickstarter-Version soll sich das ändern, dann könnte es genug finanzielle Mittel geben, um mehr Miniaturen kostengünstig zu produzieren.

Ich bin schon wirklich gespannt auf das kommende Projekt!

 

trench foot wertung

Tags: 120-180 Minuten, Kämpfen, Kriegsspiel, 2-4 Spieler, Strategie

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