TEST // Hadara

TEST // Hadara

 

Hadara 20Als Freunde von mir das Spiel „Hadara“ zum Spieleabend mitbrachten, war ich zunächst skeptisch. „Brauch die Welt tatsächlich noch ein Zivilisationsspiel“? Nach „Through The Ages“ und „Sid Meier's Civilization“ habe ich erstmal genug von Zivilisationen. Doch wurde ich zum Glück überredet dieses Siel zu testen. So stellte sich raus, dass der Spielverlauf sehr angenehm und nicht zu kopflastig ist. Es lässt sich gut mit Kindern spielen. Die Downtime hält sich absolut in Grenzen, da alle Spieler nahezu gleichzeitig spielen und keine großartigen Momente des Grübelns entstehen.

Das Spiel wurde sehr liebevoll gestaltet und es erklärt sich in 15 Minuten von selbst. Ein super Dank an den Hans im Glück Verlag für das tolle Inlay und die tollen Anleitungen die Ihr schreibt!

Doch zurück zum Spiel: Es besitzt nicht den Tiefgang wie Through the ages, doch trotzdem sollte man den Kopf einschalten, wenn es heißt seine Karten sinnvoll zu managen und sein Einkommen so wie Nahrung im Überblick zu behalten. Als sehr angenehm und spannend empfinde ich die Tatsache, dass der Sieger bzw. die Siegpunkte der Mitstreiter während des Spiels nur zu erahnen sind und der Sieger erst bei der Auswertung feststeht. Somit entsteht nicht die Gefahr, dass ein Mitspieler vier Runden vor Schluss einfach aufgibt, weil er kein Anschluss mehr findet.

Ich möchte noch einmal die kleinen Details hervorheben wie den Nahrungsmarker. Diese kleine Weinrebe ist einfach klasse (Büste für Kultur, Goldmünze für Einkommen und Schild für Militär). Solche kleinen liebevollen Elemente machen ein Spiel einfach perfekt. Das Material muss man einfach positiv erwähnen. Doch nicht nur das, machen den Wiederspielreiz aus, sondern auch das ausprobieren verschiedener Taktiken. Natürlich besteht die Kunst darin, dass die Werte im Gleichgewicht gehalten werden. Es ist somit auch ein kleiner Glücksfaktor ob die guten Karten bei einem selbst landen.

Hadara 24Kommen wir zu den negativen Punkten: Das Thema wirkt leider ein bisschen aufgesetzt. Es handelt sich hier um ein Zivilisationsspiel mit Karten-/Ressourcenmanagement. Jede Epoche fügt der Spieler weitere Personen dem Volk bzw. Erde hinzu und erschafft so eine Hochkultur. Leider spielt man am Thema vorbei. Während des Spiels konzentriert man sich viel mehr nur auf die Farben und spricht nur von „Es fehlt mir noch eine rote Karte“ und nicht „Meine militärische Stärke ist zu gering“. Aufgrund der drei unterschiedlichen Epochen hätten die Karten gestalterisch mehr bieten können. Die Personen aus Epoche 1 sehen aus wie die Personen aus Epoche 3. Für mein Verständnis sind Charaktere aus der Epoche 3 technisch viel weiter. Hochkultur? Ok wir befinden uns hier zeitlich vor Christus Geburt. Die wohl bekannteste sind die Maya und spielten sich in etwa 3000 v. Chr. – 900 v. Chr. Da war wohl nicht viel mit technischem Fortschritt. In Epoche 3 finde ich Charaktere mit einer Schusswaffe. Schießpulver wurde im 13 Jahrhundert entwickelt. Genug er Geschichtsstunde!

Damit will ich nur sagen, dass „Hadara“ ein sehr gut funktionierendes Spiel ist. Es ist liebevoll gestaltet die Symboliken sind selbsterklärend und auch für Kinder verständlich. Ich werde mich sicherlich mehrmals als Erschaffer einer Hochkultur versuchen und das Spiel in meinem Regal nicht einstauben lassen. Apropos Hochkultur! Ich habe ja noch ein Joghurt im Kühlschrank. #Hunger

 

Hadara Wertung

 

Bilder zum Spiel

Tags: 45-60 Minuten, Karten draften, Zivilisation, Sets erstellen, 2-5 Spieler, Tableaubau

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