TEST // TERRORS OF LONDON

TEST // TERRORS OF LONDON

TERRORS OF LONDON ist für mich eine der großen Überraschungen der SPIEL’19. Ich hatte im Vorfeld bereits gelesen, dass das Spiel ein guter Deckbuilder sein soll. Als er dann zum ersten Mal auf dem Tisch lag und die harte Aufgabe des Regelnerlernens hinter mir lag, hatte mich das Spiel gleich in seinen Bann gezogen. Das viktorianischen London und die Horrorkreaturen sorgten direkt für gute Atmosphäre am Tisch. Das Spiel hat den stimmungsvollen Eindruck dann zum Glück weitergetragen und auch die Mechanik liefert.

Im Herzen ist das Spiel ein Deckbuilder mit relativ üblichen Mechaniken. Stärkere Karten werden gekauft, schwächere aus dem Deck entfernt. Dauerhafte Effekte werden jede Runde aktiviert und es gibt die Möglichkeit, Kombo-Effekte auszulösen. Für mich hebt sich TERRORS OF LONDON aber durch sein schnelles Spiel und seine einfachen, aber dennoch sehr effektiven Mechaniken von anderen Spielen seiner Art ab. Mächtige Reliquien könnten schnell zum Problem werden, doch dank ZERSTÖREN-Funktion kommen sie auch erst einmal wieder auf den Ablagestapel. Die SPUK-Mechanik eröffnet interessante Möglichkeiten und durch Bilden von Horden können selbst kostengünstige Karten dabei helfen, wichtige Fähigkeiten zu aktivieren.

TERRORS OF LONDON bietet einiges an Möglichkeiten, um kleinere Fehler zu reparieren. Durch verschiedene Strategien ist es möglich, auch während des Spiels umzulenken, sollten keine passenden Karten in der Straße zu finden sein oder die aktuelle Strategie nicht greift. Ist z.B. kein Monster aus der eigenen Fraktion vorhanden, um die Effekte auf den Overlord-Karten auszulösen, besteht immer noch die Möglichkeit die Monster so zu kaufen, dass die Hordenfähigkeiten ausgelöst werden können.

Beim Balancing haben wir in unseren Spielen ein Problem mit dem Overlord Azazael entdeckt. Dieser hat nicht nur besonders viele Leben, sondern kann zudem auch noch jede Runde eine Handkarte opfern, wodurch anfangs zwar weniger Ressourcen zur Verfügung stehen, das Deck dafür aber sehr schnell, sehr mächtig wird. Einzig mit Lilith sind wir in unseren Partien einmal ein wenig in Schlagnähe gekommen, weil sie auch über OPFER-Karten in ihrem Spezialset verfügt. Verloren hat sie am Ende dann aber doch. Vielleicht gab es beim Kickstarter passende Gegner oder vielleicht bringen die Erweiterungen die notwendige Balance mit. Mit den 3 anderen im Grundspiel zur Verfügung stehenden Overlords ist Azazael aber leider nur schwer beizukommen. Der Overlord kann somit sicherlich dazu genutzt werden, um unerfahrenen Spielern und Spielerinnen einen ausgleichenden Vorteil zu geben. Bei einem Duell auf Augenhöhe ist dieser Overlord auf Grund seiner vielen Lebenspunkte und seiner Sonderfähigkeit allerdings sehr stark und nur sehr schwer zu besiegen.

Auch wenn Azazael der Overlord unter den Overlords ist und die Spielanleitung teils eine fast noch größere Herausforderung darstellt, hat mir TERRORS OF LONDON extrem viel Spaß gemacht und ich hole es immer wieder gerne auf den Tisch. Durch die große Vielfalt an Möglichkeiten fühlt sich kaum eine Partie wie die andere an. Wer Deckbuilder mag, sollte sich unbedingt in die Straßen des viktorianischen Londons wagen und unter Beweis stellen, dass er oder sie der wahre Overlord unter den Kreaturen der Nacht ist.

Bilder zum Spiel

Tags: Horror, 2 Spieler, Deckbauspiel

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