TEST // GANYMEDE

TEST // GANYMEDE

GANYMEDE kann bei mir vor allem durch die verwendete Mechanik überzeugen. In diesem Spiel wird weites Vorausplanen belohnt. Kurzfristige Strategien landen dafür oft in Sackgassen. Durch eine geschickte Auswahl von Shuttlekarten kann ich meine Meeples für zukünftige Züge positionieren. Die Bonusaktionen der Shuttlekarten erlauben mir zudem, neue Meeples zu rekrutieren oder sie an andere Orte zu verschieben. Bei geschickter Planung und etwas Glück bin ich kaum noch auf die schwachen Siedler-Plättchen angewiesen.

Gehen einem allerdings die Meeples auf den Planeten aus, gerät man recht schnell in eine Sackgasse und man ist gezwungen ein Siedlerplättchen zu nehmen. Entspricht das Symbol des Plättchens keinem der vorher gesammelten Symbole, wird die Aktion noch schwächer. Aus diesem Loch herauszukommen, erfordert meist einen bis zwei Züge und etwas Frusttoleranz. Wer einen sauberen Spielfluss generieren möchte, sollte daher mehrere Züge im Voraus planen und dabei auch noch Glück haben!

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Die Menge an benötigtem Glück ist dabei proportional zur Anzahl der Mitspieler. Bei zwei Spielern hält sich dieser Faktor noch in Grenzen, da sich bis zu meinem nächsten Zug maximal eine Karte der Auslage verändern wird. In voller Besetzung verändern dagegen drei Gegenspieler die Kartenauslage. Mehr Spieler wirken sich dagegen positiv gegen ein Festfahren der Spielsituation aus, da sich die vier im Spiel verwendeten Symbole der Siedlerplättchen besser unter den Spielern aufteilen und dadurch die oben erwähnten Sackgassensituationen reduziert werden. Mir macht das Spiel in jeder Besetzung Spaß. Der Sweetspot liegt wohl bei drei Spielern, bei der sich die Kartenauslage nicht so stark, dafür die Plättchenauslage gerade genug verändert.

Die MOON-Erweiterung finde ich sehr gelungen. Die Berater sorgen dafür, dass sich die Spieler noch weiter in verschiedene Richtungen entwickeln. Obwohl die Fähigkeiten der Berater im ersten Moment als unterschiedlich stark erscheinen, hat jeder einzelne seine Daseinsberechtigung. Die Stärke hängt nämlich stark von der aktuellen Spielsituation ab, so dass mal das eine und mal das andere Beraterplättchen besser in die eigene Strategie passt. Das Spiel spielt sich sehr schnell. Den Zufallsfaktor, der beim Auffüllen der Auslage auftritt, empfinde ich nicht negativ. Zu zweit ist eine Partie nach 20 bis 30 Minuten gespielt. In voller Besetzung steigt die Spielzeit auf etwa 40 bis 50 Minuten.

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Das Thema ist austauschbar und hat hier und da ein paar Brüche. So kann die Spezialisierung von einem Meeple auf der Reise durch Sonderaktionen gewechselt werden, um beispielsweise einen gelben Ingenieur zu einem roten Manager zu machen. Dieser verliert dadurch leider seine technischen Fähigkeiten, da keine gelb/roten Meeples in der Schachtel zu finden sind! Mit der Erweiterung hinkt das Thema noch ein wenig mehr... Warum sollten Siedler erst vom Mond auf die Erde geschickt werden, um dann wieder ins All zu fliegen? Ist der Mond bereits so stark bevölkert, dass es sich lohnt Siedler von dort zurück zu beordern?

Das aufgesetzte Thema kann meinen Spielspaß aber nicht trüben! Das Spiel hat mir bereits seit der ersten Partie gefallen und die Erweiterung MOON hat es noch besser gemacht. Außerdem gefällt mir die 90er-Jahre Computergrafik, die in den Illustrationen verwendet wird, sehr. So wird das kurzweilige GANYMEDE auch zukünftig auf meinem Spieltisch landen.

Bilder zum Spiel

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