TEST // TAPESTRY

TEST // TAPESTRY

 

meinung zum spiel DK

Oh Mann … Tapestry lässt mich etwas ratlos zurück. Ich hatte Spaß beim Spielen, keine Frage. Ich habe das Spiel zu viert, zu zweit und allein gespielt. Der Solomodus funktioniert gut, macht Spaß und ich habe zahlreiche Fraktionen ausprobieren und Taktiken testen können.

Spaß macht es, sich nach und nach zu entwickeln, neue Dinge freizuschalten und mit jeder Einkommensphase die Punkteausbeute zu erhöhen. Spaß macht es auch, als erster in einer Leiste voran zu preschen und sich die großen hübschen Gebäude zu sichern.

Ich mag Zivilisationsspiele sehr gerne und ich finde den Ansatz, den Tapestry verwendet, gelungen. Die Einstiegshürde ist so leicht, wie in kaum einem anderen Spiel dieses Genres. Ganze vier Seiten ist die Anleitung lang. Entsprechend schnell und gut kommen Spieler in das Spiel. Die Runden sind schnell gespielt, denn es gibt maximal vier oder weniger Optionen, für die man sich entscheiden kann.

Ich mag auch das Prinzip, etwas freizuschalten und dann noch etwas weiteres zu bekommen, indem ich dann ein Gebäude woanders platziere. Dieses Prinzip verwendet der Autor Jamey Stegmaier gerne und in der Regel sehr versiert.

Zudem weiß ich auch die hohe Anzahl von Fraktionen zu schätzen, die sich allesamt unterscheiden und andere Spielweisen ermöglichen. Diese Varianz ist dann leider der erste Punkt, der negativ genannt werden muss.

Die Fraktionen sind anders als bei Scythe leider nicht ausgeglichen. Es gibt Fraktionen, wie die Craftsman, die die Gebäude anstatt in der Hauptstadt auf ihrem Fraktionstableau bauen und dafür jedes Mal Boni und am Ende der Leisten sogar noch 5-15 Punkte erhalten. Im Vergleich dazu müssen in der Hauptstadt bis zu neun Gebäude gebaut werden, um eine Ressource zu erhalten. Im Spiel hat diese Fraktion 9 Boni und erhält on Top 30 Siegpunkte.

 

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Auch die Futuristen erscheinen sehr stark zu sein, da sie auf einer Zivilisationsleiste die ersten 3 Schritte überspringen und zusätzlich vier Start-Ressourcen erhalten, was bedeutet, dass sie mit doppelten Ressourcen starten.

Beim Solo-Spiel ist es egal, dann lässt sich mit der Fraktion der Schwierigkeitsgrad noch etwas einstellen. Im Spiel mit mehreren Spielern macht es das Spiel aber kaputt. Hier kann entweder ganz auf die Fraktionen verzichtet werden oder alle einigen sich auf eine, die dann für alle gilt.

Kommen wir zum zweiten kritischen Punkt: Der Preis für das Spiel. Tapestry ist aufwändig produziert und hat dementsprechend einen hohen Preis. Doch anstelle der bemalten Gebäude hätten normale Marker vollkommen ausgereicht, sie sind sowieso kaum relevant für das Spiel. Die Gebäude sollen aus meiner Sicht nur darüber hinwegtäuschen, dass es sich beim Stadtbau um das von Patchwork etablierte und danach schon duzentfach verwendete Prinzip des Teilchen-puzzelns handelt.

Dieser ganze Puzzleteil erscheint mir generell als aufgesetzt. Es gibt die Nomaden, die ihre Gebäude als einzige auf der Spielwelt platzieren dürfen. Das lässt die Spielkarte weniger abstrakt wirken und funktioniert gut.

Tapestry ist unter dem Strich ein Spiel, dass sich eigentlich super für Spielanfänger eignen würde, doch die aufwendige Produktion und damit der Preis dürften auf diese Zielgruppe als potentielle Kunden abschreckend wirken. Bleiben Vielspieler und Fans von Jamey Stegmaier als Autor. Doch diesen kann ich das Spiel nur mit Einschränkung empfehlen. Wie ich zuvor schon deutlich gemacht habe, muss mit Hausregeln gespielt werden, um eine faire Partie zu ermöglichen. Ich hatte Spaß beim Spielen und es wird auch wieder auf dem Tisch kommen,  aber wer das Spiel kaufen will, sollte sich darüber bewusst sein, dass er für ein schnelles nettes Spiel, das wenig neues bietet, einen im Verhältnis sehr hohen Preis zahlen muss.

 

wertung

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Tags: Ressoucenmanagement, Würfel, Teile Platzieren, 60-120 Minuten, Zivilisation, 1-4 Spieler

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