TEST // A THIEF'S FORTUNE

TEST // A THIEF'S FORTUNE - Fazit + Wertung + Bilder vom Spiel

A THIEF’S FORTUNE sieht aus, wie aus einem Märchen aus Tausend und einer Nacht entsprungen. Das orientalische Setting und die fantasievolle Welt, wie sie aus Alibaba und die 40 Räuber bekannt ist, wurden wunderbar in Szene gesetzt. Auf der anderen Seite gibt es allerdings auch mehr Schein als Sein. Der große Spielplan ist nahezu ohne wirkliche Funktion und macht den Tisch nur unnötig voll. Eine kleine Zählleiste für die Punkte könnte von der reinen Funktion problemlos das komplette Brett ersetzen. Dabei hat A THIEF’S FORTUNE diesen Taschenspielertrick gar nicht nötig. Es bietet auch ohne materielle Größe eine interessante und recht schnell zu erlernende Spielmechanik an.

Die Mechanik setzt auf eine in sich verschwimmende Mischung aus Deck- und Enginebuilding. Das Aussuchen von Karten zu Beginn, inkl. Weiterreichen an den Sitznachbarn ist dabei nichts neues und wurde in der Vergangenheit schon mehrfach so in Spielen praktiziert. Nicht ganz so gewöhnlich ist vielleicht der Umstand, dass bei den letzten Karten auf der Hand eine spezielle Direktbelohnung ausgewählt werden kann, die mitunter weitere Karten ins Spiel bringt. Deutlich weniger alltäglich ist das freie Entnehmen von Ressourcen von den Karten, wodurch auf der einen Seite die aktiven Karten gewählt, zum anderen aber auch die Ressourcen im eigenen Bestand aufgefüllt werden. Am Ende geht es bei den Überlegungen wie so oft darum, möglichst geeignete Wege zu finden, um weitreichende Synergieeffekte zu erzeugen.

Besonders hilfreiche Karten sollten hierbei nach Möglichkeit durch Karteneffekte immer wieder rechts in die Reihe gebracht werden, damit diese nicht in die Vergangenheit rutschen. Karten mit hohen Schicksalspunkten wiederum sollten unbedingt in die Vergangenheit gebracht werden, da sie in der Endabrechnung zusätzliche Punkte einbringen. Während des Spiels gibt es bereits zahlreiche Möglichkeiten, wertvolle Punkte zu erspielen. So können Charakterkarten teils mehrfach gespielt werden oder Ereignisse bringen oftmals wertvollere Ressourcen ein. Allerdings stehen vor allem Ereignisse oft mit Gefahrenplättchen in Verbindung. Bei diesen muss immer darauf geachtet werden, dass nicht zu viele auf der eigenen Gefahrenleiste vorhanden sind, da sie wertvolle Ressourcen oder Siegpunkte am Ende jeder Runde kosten können. Wie üblich besteht eine gute Taktik im Spiel darin, über das eigene Deck eine leistungskräftige Engine aufzubauen, die in jeder Runde möglichst effizient für Punkte und Ressourcen sorgt.

Nach einigen Partien stellte sich bei mir eine gewisse Eintönigkeit ein. So schön und passend auch vieles ineinandergreift, so repetitiv fühlt sich manches doch nach einigen Partien an. Die Möglichkeiten sind am Ende doch ein wenig sehr begrenzt. Die Frage, wie viele Gefahrenplättchen man denn letzten Endes riskieren möchte, um ein bestimmtes Ereignis in der Gegenwart zu behalten und ein Siegpunkte bringendes Ereignis dadurch auszulösen, verliert nach dem x-ten Durchlauf ein wenig an Reiz. Auch die Interaktion zwischen den Spielern ist relativ begrenzt. Neben dem Weiterreichen von Karten ist hier vor allem das Manipulieren von und mit Gefahrenplättchen ein Punkt, weitgehend spielt aber jeder seine Zonen für sich.

Somit ist A THIEF’S FORTUNE für Vielspieler, die das Spiel immer wieder auf den Tisch bringen wollen, auf Dauer wahrscheinlich ein klein wenig zu monoton. Wer aber ein Spiel sucht, das sich irgendwo zwischen Familienspiel und Kennerspiel einordnet, das von den Regeln ein klein wenig fordernd ist, ohne dabei Gelegenheitsspieler zu überfordern, und das sich nach kurzer Eingewöhnungszeit bereits flüssig spielt, der sollte sich ruhig in diese orientalische Märchenwelt begeben. Nur auf eine lange und ausgeprägte Diebeskarriere sollte bei A THIEF’S FORTUNE nicht unbedingt gesetzt werden. Denn die Langzeitmotivation ist ähnliche schnell aufgebraucht, wie es die 3 Wünsche beim Geist aus der Lampe sind!

Bilder zum Spiel

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Tags: Enginebuilder, 1-4 Spieler, Deckbauspiel

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