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TEST // PENDULUM

TEST // PENDULUM - Fazit & Wertung von Deniz + Bilder

 

 

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PENDULUM hat es mir nicht ganz einfach gemacht. Selbstverständlich war mir der anfängliche Hype um das Spiel bekannt. Ich selbst bin ein großer Fan der STONEMAIER GAMES-Dauerbrenner und deren gute Qualität gewohnt. PENDULUM muss meines Erachtens aber zwingend separat betrachtet werden und kann nicht mit den anderen Spielen des Verlages verglichen werden. Warum, sollte durch die Rezension deutlich geworden sein. PENDULUM bietet zwar interessante neue Spielmechaniken, die auch an und für sich funktionieren, scheint sich aber an einigen Stellen ein wenig zu verrennen.

 

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Nun aber einmal Schritt für Schritt. PENDULUM ist ein Echtzeitspiel mit allen Vor- und Nachteilen, die ein Echtzeitspiel mit sich bringt. Auch wenn es sich mit strategischen Optionen herausreden möchte, werden Spieler, die generell gut bei Echtzeitspielen und schnellen Analysen abschneiden, in PENDULUM immer besser als andere Spieler sein, die dies eben nicht sind. Deutlich wird dies schon beim ersten Spiel, weil neue Spieler zunächst keinerlei Anhaltspunkte haben, was sie eigentlich wie machen müssen, und nur wissen, dass es schnell gehen muss. Für die erste Runde bietet PENDULUM daher einen Modus ohne Echtzeit an, was aber nur eine kurzfristige Lösung ist und nicht als vollwertiger Modus angesehen werden sollte.

Erfahrene Spieler wischen hier mit Anfängern sehr schnell den Boden auf, ohne dies absichtlich machen zu wollen. Die sogenannte „Analyse-Paralyse“ ist bei PENDULUM recht dominant, da langsamere Spieler kaum hinter schnellen Spielern herkommen, was besonders bitter ist, wenn die eigenen Arbeiter permanent in einer Leiste gefangen sind, weil der Spieler sie nicht rechtzeitig wegzieht.

 

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PENDULUM hat ein besonders schönes Artwork, nutzt dieses aber nicht für sich. PENDULUM besitzt kein Thema. Ich kämpfe als Spieler nicht um Stimmen, Gold und militärische Kraft, sondern stelle ein Meeple an einen Ort, um die meisten lilafarbenen Scheiben zu sammeln, gelbe Steine zu erhalten oder eine neue Karte unter mein Spielertableau schieben zu können, die mir mehr farbige Steine gibt. Erst beim genaueren Hinsehen werden die Spieler erkennen, dass sogar die Provinz-Karten sehr schön gestaltet worden sind, dies jedoch vom Design der Karte fast vollständig verdeckt wird. Es fühlt sich an vielen Stellen so an, als seien dieser interessanten und schön gestalteten Welt beliebige Spielmechaniken übergestülpt worden.

Für mich sind aber letztlich die Sanduhren ein kleiner Gamebreaker. Es darf nicht passieren, dass das Kernelement des Spiels so fehleranfällig sein kann. In jeder unserer Runden ist es vorgekommen, dass mindestens eine Sanduhr einfach stehengeblieben ist und es in der Hektik zunächst niemand bemerkt hat. Als der Spieler, der die ganze Zeit auf den Ablauf dieser Sanduhr gewartet hat, weil an diesem Ort alle seine Arbeiter platziert waren, es bemerkt hatte, mussten wir pausieren und die Sanduhr wieder zum Laufen bringen. Für den Spieler war es zu diesem Zeitpunkt aber bereits zu spät, weil er den Vorsprung, den nun die Mitspieler hatten, nicht mehr einholen konnte.

 

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Auch das Spielmaterial von PENDULUM überzeugt nicht völlig. Einerseits sind die Karten, die Spielertableaus und das restliche Spielmaterial auf dem ersten Blick makellos! Insbesondere das Artwork der Charaktere, der Karten und des Spielfeldes ergibt ein sehr stimmiges Bild und erschafft eine interessante Welt für die Spieler. Die Spielertableaus und das Spielfeld sind groß genug, dass jeder Spieler alle Felder problemlos erreichen kann und auch die Ikonographie der Aktionsfelder benötigt kaum weiterer Erläuterungen. Andererseits treten immer wieder kleinere Problemchen auf, wenn das Spielmaterial genauer betrachtet wird. Die Spielertableaus haben eine raue Oberfläche, was dabei hilft, die unterschiedlichen Ressourcen auf dem Spielertableau zu halten. Durch die stetige Reibung der Ränder an den anderen Spielertableaus werden sie jedoch schnell abnutzt und weisen Gebrauchsspuren auf. Bei meiner Kopie waren diese sogar bereits beim ersten Spiel erkennbar. Das größte Problem ergibt sich jedoch bei den Sanduhren. Diese können in manchen Kopien des Spiels unterschiedlich schnell bzw. langsam ablaufen oder sogar, wie es bei meiner Kopie der Fall ist, plötzlich zum Stillstand kommen, was den Spielfluss zu einem abrupten Halt bringt.

 

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Das Regelbuch erklärt die Regeln auf insgesamt 22 Seiten, wobei die Solo-Regeln ein eigenes Regelbuch mit zusätzlichen 7 Seiten bekommen hat. Das Regelbuch beinhaltet viele grafische Beispiele, hätte jedoch bei vielen Abschnitten verkürzt werden können, ohne dass viel Inhalt verloren gegangen wäre.

Im Grunde sind das aber alles Punkte, die sich mit ein wenig Eigeninitiative beheben lassen. PENDULUM funktioniert, wenn eigene und gute Sanduhren angeschafft werden, und kann einige Spielergruppen glücklich machen, insbesondere Spielergruppen, die an Echtzeitspielen interessiert sind oder neue einzigartige Mechaniken lieben.

Spieler, die jedoch wegen des Artwork ein interessantes und gut gestaltetes Thema erwarten, gutes Spielmaterial voraussetzen und auf tiefgehende, strategische Möglichkeiten setzen, können PENDULUM eher dem Zahn der Zeit überlassen.

 

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Tags: Ressourcenmanagement, Workerplacement, 1-5 Spieler, Echtzeit

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