TEST // TERMINATOR: GENISYS

TEST // TERMINATOR GENISYS

„Es kommt alles auf die nächsten Stunden an.“ John Connor fixierte jeden von uns mit seinen dunklen, braunen Augen, um sicherzustellen, dass wir alle uns seine Worte zu Herzen genommen hatten. „Alles, für das wir gekämpft haben, geblutet haben und für das wir gestorben sind, steht auf dem Spiel. Jeder, der alles gegeben hat, was er konnte, einschließlich sich selbst – jetzt ist es an der Zeit, dass diese Opfer nicht vergebens waren. Heute wird Skynet aufgehalten! Ein für alle Mal!“ John Connor, Anführer des Widerstandes, 2029.

 

infos zum spiel

GRIMSPIRE hat uns TERMINATOR GENISYS freundlicherweise für eine Rezension zur Verfügung gestellt.
Dies hat keinen Einfluss auf unsere Bewertung!

 

Darum geht es im Spiel

 

Bei TERMINATOR GENISYS – AUFSTIEG DES WIDERSTANDS (im folgenden nur TERMINATOR GENISYS genannt) handelt es sich um ein Kampagnenspiel, bei dem die Spieler die Rollen von vier Charakteren aus dem Film TERMINATOR GENISYS übernehmen können, um sie durch ihren Kampf gegen Skynet und die Terminatoren zu steuern. Wie es bei vielen Kampagnenspielen üblich ist, folgen die Spieler einer Geschichte, die anhand von 7 aufeinander aufbauenden Missionen erzählt wird. Die gezielte Auswahl von Missionen ist zusätzlich möglich, sodass die Spieler auch abseits einer Kampagne Missionen spielen können, die ihnen besonders gut gefallen haben.

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Zu Beginn des Spiels wählen die Spieler einen Charakter aus, den sie darstellen möchten. Zur Auswahl stehen dabei „Der Beschützer“ (der bekannte T-800 gespielt von Arnold Schwarzenegger), John Connor, Kyle Reese und Alex. Ist die Wahl getroffen, erhalten die Spieler eine Miniatur sowie die Startausrüstung und das Spielertableau ihrer Charaktere. Anschließend wird das Spielfeld, bestehend aus unterschiedlichen Spielplanteilen, nach einer Vorgabe im Missionsbuch zusammengestellt und die Ziele sowie Besonderheiten der Mission mit den Mitspielern besprochen, wonach das Spiel beginnen kann.

Ein Spielerzug wird in TERMINATOR GENISYS in 3 Phasen unterteilt, die jeder Spieler durchlaufen muss, um eine Spielrunde zu beenden. In der ersten Phase, der Entscheidungsphase, entscheiden die Spieler zusammen, welcher Spieler seinen Zug ausführen soll. Ist die Entscheidung getroffen, beginnt die Spielerphase. Der aktive Spieler wirft nun seine vier Aktionswürfel und verteilt diese auf die Aktionen auf seiner Waffe oder seinem Spielertableau, die er ausführen möchte. Die Augenzahl der Würfel ist für diese Verteilung nebensächlich, da jede Aktion mit jeder Augenzahl ausgeführt werden kann, jedoch profitieren manche Aktionen von hohen oder speziellen Augenzahlen.

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Möchte sich ein Spieler beispielsweise „Bewegen“, kann er einen Würfel auf das Aktionsfeld „Bewegen“ auf seinem Spielertableau legen und sich so weit bewegen, wie die Augenzahl des Würfels angibt (für einen Würfel mit einer 1 also nur ein Feld weit). Andere Aktionen, wie zum Beispiel die Sonderfähigkeiten einiger Waffen, verlangen einen Würfel mit einer Augenzahl von 5 oder 6, um einen speziellen Bonus für diese Aktion zu erhalten. Die Waffe lässt sich auch mit einer 1 abfeuern, legt der Spieler aber eine 5 oder 6 auf die Waffe, kann er den Schuss vielleicht sogar wiederholen. Waffen verfügen über eine unbegrenzte Anzahl an Munition und haben eigene Reichweitenwerte, womit sich verschiedene Waffen besser für bestimmte Einsatzfelder eignen. Durch Kisten auf dem Spielplan ist es zudem möglich, neue Waffen zu erhalten, die die Spieler auch für zukünftige Missionen behalten können. Möchte ein Spieler einen Gegner beschießen, nimmt er sich so viele Angriffswürfel, wie es der Stärke seiner Waffe entspricht. Angriffswürfel verfügen über besondere Würfelseiten: einen Terminator-Schädel, Schadenssymbole und eine Faust.

Wird der Terminator-Schädel geworfen, aktiviert sich die Reaktion des beschossenen Gegners, was meistens bedeutet, dass er Schaden ignoriert oder den angreifenden Spieler attackiert. Die gewürfelten Schadenssymbole ergeben den Gesamtschaden des Angriffs und die Faust löst spezielle Effekte des Charaktertableaus aus, die entweder für die Verteidigung oder den Angriff genutzt werden können. „Der Beschützer“ kann beispielsweise für jede gewürfelte Faust einen Terminator-Schädel in der Verteidigung ignorieren. Gegnerischer Beschuss funktioniert ein wenig anders, da dieser bei jedem gewürfelten Terminator-Schädel einen Schadenspunkt verursacht. Steht der beschossene Charakter in einem Feld, das ihm Deckung verleiht, wird zunächst diese zerstört. Ansonsten erleidet der Charakter Schadenspunkte und bei zu viel Schadenspunkten ist seine Figur außer Gefecht gesetzt und kann nur noch von einem anderen Teammitglied reanimiert werden.

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Hat der Spieler alle seine Würfel, die er nutzen wollte, genutzt, beginnt die Gegnerphase. Dafür wirft der aktive Spieler die zwei schwarzen Verstärkungswürfel und überprüft die Würfeleinzelergebnisse mit den Gegnereingängen, die sich rund um das Spielfeld befinden. Stimmt ein Würfel mit einer Zahl eines Gegnereinganges überein, kommt an diesem Eingang ein Gegner in Spielerfarbe vom Gegnervorrat ins Spiel.

Der Gegnervorrat besteht aus einer vom Missionsbuch definierten Aufstellung von Gegnern und funktioniert theoretisch wie eine Warteschlange. Jede Spielerfarbe hat eine Warteschlange von Gegnern in seiner Spielerfarbe. Kommen Gegner im Spielerzug ins Spiel, werden sie vom Anfang der Warteschlange genommen und an die Eingänge verteilt. Wird ein Gegner vom Spielfeld entfernt, stellt sich dieser wieder hinten an.

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Zusätzlich agieren in der Gegnerphase des jeweiligen Spielers lediglich die Gegner in seiner Spielerfarbe (ist der rote Spieler an der Reihe, agieren auch nur die roten Gegner, während die anderen Gegner warten, bis sie an die Reihe kommen). Dabei endet die Fixierung auf den aktiven Spieler jedoch, da sich alle Gegner immer auf die nächsten Spieler fokussieren, die Spieler damit also genau darauf achten sollten, welche Gegner nach welchem Spieler agieren und wo die größten Problemfelder auftauchen. Das Spiel endet, sobald alle Spieler ausgeschaltet wurden oder sobald das Ziel der Mission erreicht wurde.

 

Was idt in der Box?

 

Das Spielmaterial von TERMINATOR GENISYS umfasst im Wesentlichen die Spielertableaus, die Spielplanteile, die Ausrüstungskarten und nicht zuletzt die jeweiligen Miniaturen. Die Qualität der Spielplanteile, Karten und Spielertableaus ist sehr gut. Alle Symbole, Texte und Illustrationen sind gut zu erkennen und leicht verständlich. Auch das Material scheint für viele Spielrunden ausreichend robust zu sein. Die Miniaturen von TERMINATOR GENISYS sind teilweise etwas zerbrechlicher. Das Material ist sehr biegsam und lässt sich mit dem gewöhnlichen „Brettspielkunstoff“ vergleichen. Der Detailgrad schwankt zwischen den Figuren stark, ist bei den meisten Figuren aber solide, wobei die Figuren zusätzlich einige ungünstig positionierte Gussrückstände aufweisen (bei den Heldenfiguren gehen diese meist sehr nah am Gesicht entlang, wodurch der Blick auf diese gelenkt wird).

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Problematisch ist die Kunststoffeinlage der Spielschachtel, da sie ungeeignet für das enthaltene Spielmaterial ist. Ein paar wenige Figuren besitzen eigene Einlassungen, während die meisten Figuren, dem Anschein nach, einfach in die großen Öffnungen geworfen werden sollten. Das führte bei der uns vorliegenden Version dazu, dass einige Miniaturen alleine durch den Transport an sehr unschönen Stellen zerbrochen waren.

Auch die Einlassung für die Karten ist nicht optimal, da die untersten 5-10 Karten beim Herausnehmen der Karten in der Einlassung verbleiben und teilweise nur durch geschickten Einsatz der Fingernägel herausgenommen werden können.

Einen sehr guten Eindruck machen hingegen das Regelbuch und das Missionsheft. Beide sind schön illustriert und erklären die Regeln und die Missionen sehr angenehm. Die Beispiele in beiden Büchern helfen sehr gut bei der Veranschaulichung von Regeln und leiten die Spieler schnell durch den Lernprozess.


Zunächst wusste ich TERMINATOR GENISYS nicht einzuordnen. Mir waren die ersten Filme zwar bekannt, aber den Film zu TERMINATOR GENISYS kannte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Um die Geschichte zu verstehen, empfand ich es als sinnvoll, mir diesen einmal anzuschauen, war danach aber genauso schlau wie zuvor. TERMINATOR GENISYS hat, soweit ich jetzt weiß, bis auf die auftauchenden Charaktere nichts mit dem gleichnamigen Film zu tun. Die Geschichte ist vollkommen losgelöst und scheint sich auch kaum mit dem Filmnarrativ verbinden zu lassen, weil Kyle Reese und John Connor hier bereits mit dem Beschützer zusammenarbeiten und gegen T-1000 Einheiten kämpfen, während sie im Film auf beides zum ersten Mal treffen. Im Prinzip ist das nicht schlimm, aber das Spiel verpasst es, diesen Umstand zu erwähnen und Fans des Films oder des Franchise seine Einordnung in das Terminator-Universum zu erklären.

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Dabei sind die Geschichte des Spiels und das Spiel an sich unserer Meinung nach überaus gelungen! Die Missionen erzählen die persönliche Geschichte der Widerstandsgruppe (siehe Einleitung) und versuchen dabei schon fast romanähnliche Handlungsstränge darzustellen. Das Spielsystem erinnert zeitweise an die bekannten ZOMBICIDE-Spiele, verbessert aber insbesondere die Gegnerphasen dadurch, dass sich Gegner nach jeder Spieleraktivierung aktivieren und diese damit mit wichtigen strategischen Elementen verbinden.

Durch die sehr guten Darstellungen auf dem Spielertableau und im Regelbuch ist das Spiel beinahe auf Anhieb verständlich und damit für sehr viele Spielergruppen geeignet. Es ist damit auch für Spieler geeignet, die mit der Terminator-Reihe eigentlich gar nichts anfangen können, da es sich wie ein sehr testosterongesteuerter Actionfilm spielt. Auch wenn man die Filme der Terminator-Reihe nicht mag, macht es dennoch Spaß, mit einem LKW durch ein Gebäude zu rasen und Roboter damit zurück in ihre Warteschlangen zu schicken.

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Aufgrund des Spielsystems und des zugänglichen Themas hätte TERMINATOR GENISYS eine Wertung im 80er-Bereich verdient, wäre da nicht das Spielmaterial. Ein Spiel, das im UVP 85€ kostet, kann es sich unserer Meinung kaum erlauben, Miniaturen aus so zerbrechlichem Material in einem Sortiersystem unterzubringen, das für diese absolut nicht geeignet ist. Die Figuren müssen entweder in die Box gequetscht oder außerhalb der Box aufbewahrt werden. Auch erschließt es sich uns nicht, weshalb ein paar Miniaturen in kleinen Einbuchtungen verstaut werden können, während die meisten Miniaturen keine eigenen haben. Dabei gibt es keinerlei Unterschied zwischen den Miniaturen, für die Einbuchtungen vorhanden sind, und den anderen Miniaturen. Bis auf die 5 speziellen Miniaturen (4 Charaktere und der Endgegner) sind die Figuren deckungsgleich.

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Da war es letztlich auch nicht verwunderlich, dass allein durch den Transport ein paar Figuren zerbrochen sind. Die Figuren sind zwar mit einer passenden Anzahl an Gummiringen ausgestattet, um diese farblich zu markieren. Die passende Anzahl soll, so ist zu vermuten, dafür sorgen, dass die Ringe einmal angebracht werden und nicht vor jedem Spiel neu aufgebaut werden müssen. Sind die Ringe aber angebracht, passen auch die Miniaturen, für die Einlassungen in dem Sortiersystem vorhanden sind, nicht mehr in diese, sodass die Gummiringe wieder abgenommen werden müssen.

TERMINATOR GENISYS spricht sicherlich insbesondere Fans der Terminator-Filme an, die schon immer einmal als Arnold Schwarzenegger Skynet zeigen wollten, wo das Maschinengewehr hängt. Durch seine leichten, aber tiefgehenden Mechaniken ist es aber für viele Spielergruppen geeignet, auch wenn bei diesen keine Affinität für die Thematik besteht. Wird das Material mit Bedacht behandelt, sollte es auch einige Zeit halten, auch wenn das Sortiersystem eine kleine Katastrophe ist.

 

Wertung zum spiel

 

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Tags: Kampfstrategie, 60 Minuten, Miniaturen, Kampagne, Science Fiction, 1-4 Spieler

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