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Test | 5211: Azul

Test | 5211: Azul

"5211“ ist ein abstraktes Kartenspiel, das bereits seit 2019 in einer farbenfrohen Grafikgestaltung von Chris Quilliams erhältlich ist. Ein Jahr zuvor gewann "Azul“ den "Spiel des Jahres“ Preis. Beide Spiele verschmelzen bei "5211 Azul“, in dem der König seine Palastwände von euch fleißigen Fliesenleger/innen gestaltet haben möchte- diesmal allerdings mit Karten, statt Kacheln. Ob diese Kooperation beiden Spielen gerecht wird?

 

infos zum spiel

Asmodee hat uns "5211: Azul" freundlicherweise für eine Rezension zur Verfügung gestellt.
Dies hat keinen Einfluss auf unsere Bewertung!

Azulejos fertig los!

100 Karten liegen der Schachtel mit Plastikinlay bei: 20 Karten in jeder der fünf Farben gelb, türkis, blau, orange und grün. Dazu gibt es in jeder Farbe 5 Karten auf denen ein Hahn abgebildet ist (im Original-5211 waren das noch kleine Echsen, die sogenannten Kododos). Zusätzlich verfügen die Karten (außer die Hahn-Karten) über je eine Zahl von 2 bis 6, wobei die Häufigkeit der Zahlenkarten mit ihrer ansteigenden Wertigkeit abnimmt.

5211 azul 000

Alle Karten werden zusammengemischt und je nach Spielerzahl entsprechend viele Karten zufällig zurück in die Spieleschachtel gelegt. Anschließend bekommt jede Person 5 Karten auf die Hand. Nun legt jeder 2 seiner Handkarten verdeckt in die Mitte. Sobald dies bei allen am Tisch der Fall ist, werden sie umgedreht. Jeder zieht wieder 2 Karten vom Nachziehstapel auf die Hand. Danach wählen alle verdeckt eine Karte und präsentieren diese gemeinsam. Es folgt das Nachziehen auf 5 Handkarten. Abschließend wird noch einmal eine Karte zeitgleich ausgespielt. Nun folgt die Rundenwertung.

Zunächst wird geprüft ob eine ganz bestimmte Anzahl an Hahn-Karten ausliegt. Diese Anzahl richtet sich nach der Gesamtspielerzahl, z.B. 5 Hahn-Karten bei 3 Spielern. Ist diese Zahl exakt erreicht, werden nur diese gewertet und alle anderen Karten sind wertlos. Jede Person legt ihre ausgespielten Hahn-Karten auf ihren persönlichen Punktestapel. Jede Hahn-Karte zählt am Spielende dort einen Punkt. Wurde die genaue Anzahl an Hahn-Karten nicht erreicht, oder diese überschritten, wird ermittelt, welche Kartenfarbe am häufigsten ausgespielt wurde. Diese Anzahl richtet sich erneut nach der Spieleranzahl, z.B. 6 Karten bei 3 Spielern. Diese Anzahl nennt man den ,,Desaster-Wert“. Übersteigt die Anzahl der Kartenfarbe diesen Wert, werden diese Karten nicht gewertet. Stattdessen wird die Farbe gewertet, die danach am häufigsten liegt und den Desaster-Wert nicht überschreitet. Herrscht Gleichstand zwischen zwei Farben, wird keine der beiden gewertet, stattdessen wird wieder nach der danach häufigsten Farbe geschaut. Die ausgespielten Karten der gewerteten Farbe werden von ihren Besitzern auf den persönlichen Punktestapel gelegt und sind am Ende so viel Siegpunkte wert, wie ihre Kartenzahl anzeigt. Alle nicht gewerteten Karten werden auf den Abwurfstapel gelegt.

5211 azul 002

Nun werden alle Handkarten wieder auf 5 Karten aufgefüllt und die nächste Runde beginnt. Kurz und knackig zusammengefasst: 5 Handkarten - 2 ausspielen - 1 ausspielen, - 1 ausspielen, Wertung. Dazwischen immer auf 5 Karten auffüllen. Das Spiel endet, nachdem der Kartenstapel komplett durchgespielt wurde. Jeder zählt seine Karten-Punkte zusammen. Wer jetzt die meisten Punkte hat, gewinnt.


"5211 Azul“ hat nur die Optik mit dem ersten Teil der Azul-Reihe gemein. Es ist ein schwacher Versuch mit der bekannt schönen Optik des millionenfach verkauften Spielehits, dem kleinen mittelmäßigen Kartenspiel "5211“ mehr Aufmerksamkeit in den Verkaufsregalen zu verleihen. Thematisch findet man darin nichts von "Azul“ wieder, auch wenn uns das die Beschreibung auf der ersten Seite der Anleitung glauben lassen will. Dass hier durch das Ausspielen von Karten gerade eine Wand gekachelt wird, erahnt niemand. Und die hochwertige, orientalische Fliesenoptik, die dem Azul-Spiel mitunter reißenden Umsatz gewährte, kommt auf großen, aber qualitativ nicht sehr berauschenden Karten meiner Meinung nach absolut nicht rüber. Die gelben Karten leiden zudem unter unbrauchbarem Handling, da die Zahlen sehr schlecht zu erkennen sind. Oben die Zahlen und in der Mitte abgekupferte und grafisch nicht gerade liebevoll aufgedruckte Fliesenmuster. Die expressionistisch anmutenden, wuseligen Muster und Farben im Originalspiel "5211“ haben da für mein Empfinden deutlich mehr Charme.

5211 azul 003

Das Spiel an sich ist nett und funktioniert, ist schnell erklärt und in ca. 10 Minuten gespielt. Es ist kein lustiges Absacker- oder Partiespiel, dafür ist es zu ruhig am Tisch. Für Wenigspielende, die das nicht stört, könnte das Ganze eine annehmbare Unterhaltungsmöglichkeit darstellen. Vielspielern fehlt hier definitiv die strategische Würze. Natürlich muss man sich auch an den Karten der anderen orientieren und vermuten, auf welche Wertung sie abzielen. Dann kann es auch mal clever sein, diese Farbe zu überreizen. Diese Suppe kann man allerdings nur versalzen, wenn man die entsprechende Farbe auch auf der Hand hat, was natürlich ein hoher Glücksfaktor beinhaltet. Zu zweit ist dieses gegnerische Abschätzen und Ausmanövrieren noch in feinen Zügen vorhanden, mit vier oder fünf Personen herrscht die Unberechenbarkeit im Königspalast. Spieleneulingen ist der Ablauf schnell erklärt, wobei auch diese (wie Vielspieler) immer wieder an den beiden wichtigen Wertungs-Zahlen hängen bleiben: Die Anzahl der Hahn-Karten, um deren Wertung auszulösen und der Desaster-Wert wird schnell vergessen. Diese spieleranzahlabhängigen Werte stellen sich für ein fluffiges Familienspiel als zu sperrig heraus und das ständige Nachfragen hemmt den Spielfluss. Immerhin kann man diese Zahlen in der Anleitung auf einen Blick nachschlagen, da sie orange unterlegt sind und einem damit sofort ins Auge springen. Insgesamt ist die Anleitung gelungen, nach einmaligem Lesen kann direkt losgelegt werden.

5211 azul 005

Leider wurden die Hahnkarten in unseren Partien eher vernachlässigt, da sie bei erfolgreicher Wertung nur einen Punkt bringen. Das ist, um diese Komponente strategierelevant einzubinden, einfach zu wenig.

Insgesamt eine um Aufmerksamkeit heischende, unnötige Neuauflage eines familienorientierten Kartenspiels, dessen Spielspaß sich in Grenzen hält, aber schnell erlernbare Regeln beinhaltet. Gefällt einem das Spiel, kann man sich ab jetzt also zwischen zwei verschiedenen Grafiken entscheiden.

 

Wertung zum spiel

 

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Tags: 2-5 Personen, Drafting, 20 Minuten, Set sammeln

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