INTERVIEW // 45 Minuten mit Uwe Rosenberg



Dem Spieleentwickeln ist er - zum Glück - bis heute treu geblieben. Angesprochen auf seine Motivation, immer neue Spiele zu entwickeln, schaut er leicht verdutzt. “Na, weil meine Kinder ernährt werden müssen. Das ist mein Beruf.”

Das ist tatsächlich ein guter Grund. Vier Kinder sind es mittlerweile, alle noch im Kleinkindalter und jünger. “Zur Zeit komme ich einfach nicht mehr viel zum Spielen. Bis auf meine eigenen Spiele in der Entwicklung, spiele ich derzeit kaum. Das wird sich sicher erst in ein paar Jahren wieder ändern.” Interessiert ist er an anderen Spielen aber durchaus. “Terraforming Mars”, “Mystic Vale” oder “Great Western Trail” wolle er sich unbedingt anschauen.

Als wir an einem Stand vorbei kommen, an dem eine kleine Liste hängt, bleibt er kurz stehen und liest sich die Tabelle durch. Es ist die aktuelle Bewertung der Messebesucher, die abstimmen können, welche Spiele ihnen am meisten gefallen. Uwe ist gleich mit zwei Spielen in den Top 10. “Ein Fest für Odin” ist auf Platz eins mit “Terraforming Mars” und “Great Western Trail”. “Cottage Garden” unter den besten 5. Er nimmt das gelassen zur Kenntnis und erklärt mir, dass diese Abstimmung früher das wichtigste auf der Spiel war. Heute, in Zeiten des Internets, bei denen jederzeit Umfragen gemacht werden können, sei es nicht mehr ganz so wichtig.

Apropos früher: Als wir von alten Zeite sprechen, erinnert sich Uwe an die Jahre rund um 2000. Da stagnierte die Branche und oft hatten die Verlage die Spiele ausgestellt, die denen des Vorjahres frappierend ähnlich waren.

Auf die Frage, wie es dann zur Umkehr gekommen sei fängt er an zu lächeln. Das sei einfache Mathematik. Zwei Autoren haben tolle Spiele gemacht mit neuen Ideen. Das habe zwei weitere dazu gebracht, sich Spiele auszudenken. Dann waren es schon vier Autoren und die haben wieder vier dazu gebracht und so weiter und so fort. Mittlerweile explodiere die Branche ja gerade so vor Ideen und neuen Spielen. Ein Ende sei da noch nicht in Sicht. Es könnte sein, dass es gerade erst der Anfang ist, den wir erleben.Das sei natürlich nur eine Annahme, aber es könne durchaus sein.

Für ihn persönlich hat es natürlich ebenfalls Auswirkungen. Er bekomme heute viel mehr Aufmerksamkeit, wenn er neue Projekte ankündige. Er versuche auch viel mehr auf Rückmeldungen einzugehen und hinzu hören, wenn er fundierte Meinungen zu seinen Spielen bekommt.

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