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TEST // Western Legends

TEST // Western Legends

Western Legends ist seit Anfang 2020 als deutsche Version erhältlich. Wir haben uns angesichts des nass-kalten Wetters gerne in den warmen Wilden Westen geflüchtet und angefangen, uns im „Sandbox“-Spiel zu tummeln. Und auf dem Weg zur lebenden Legende haben wir einiges erlebt!

 

infos zum spiel

Das Spiel und die beiden Erweiterungen wurden uns vom Verlag Board Game Box zur Verfügung gestellt.
Auf unsere Bewertung hat das keinen Einfluss.

 

Ab in den wilden Westen!

In Western Legends ist das Ziel der 2-6 Spieler, eine Legende zu werden. Um das zu erreichen, müssen Legendenpunkte gesammelt werden. Wie das zu erreichen ist, kann jeder Spieler für sich entscheiden. Grundsätzlich muss zum Beispiel entschieden werden, ob jemand lieber auf ehrliche Art und Weise sein Geld verdienen und eine Marschall-Karriere einschlagen oder doch lieber als Gesetzloser Wanted-Punkte sammeln möchte?

 

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Das Spiel beginnt erst einmal damit, dass jeder Spieler in die Rolle einer historischen Figur des Wilden Westens schlüpft, hierzu zwei Charakterkarten zieht und eine davon behält. Zu den historischen Figuren gibt es Plastik-Miniaturen, die mit einem farbigen Ring einem Spieler zugeordnet werden können. Auf dem Spielplan stehen schon reichlich Banditen und warten darauf, sich mit den Spielern zu messen. Jeder Spieler-Charakter hat unterschiedliche Startbedingungen und Startorte. Manche Startbedingungen geben schon ein Richtung vor, zum Beispiel wenn ein Revolverheld schon einen Wanted-Punkt erhält und erst einmal kein Leben als gesetzestreuer Stadtbewohner fristen wird.

 

Ein kleines bisschen Rollenspiel

Western Legends ist ein Sandbox-Spiel, was bedeutet, dass es keinen vorgegeben Ablauf für die Spieler dahingehend gibt, was sie wie und wo zu machen haben. Der Spielplan stellt die Gegend einer kleinen verschlafenen Stadt und das dazugehörige Umland dar. Zum Start des Spiels sind die Spieler noch mittellose Nobodys, die auf der Suche nach Geld, Gold und Anerkennung.

 

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Das karge ausgedörrte Umland ist durchsetzt von Banditen, die die Spieler aufsuchen und aus ihren Banditenlagern vertreiben können. Darüber hinaus gibt es Pferdefarmen, Goldmienen und auch einen Bahnhof. In der beschaulichen kleinen Stadt wiederum können sich Spieler heilen lassen, sich mit ausgiebigen Feiern Legendenpunkte verdienen, ein Pokerspiel starten, Nuggets bei der Bank verkaufen oder alternativ die Bank ausrauben. Ist genug Geld beisammen, kann der General Store besucht werden, in dem es zahlreiche Dinge zu kaufen gibt. Es lässt sich eine neue Waffe kaufen, diverse Gegenstände, zum Beispiel auch Reittiere, lassen sich hier erwerben oder verbessern. Reittiere ermöglichen eine höhere Reichweite.

Sind die Spieler zum Beginn des Spiels noch arme Schlucker, stehen ihnen doch alle Wege offen, reich und anerkannt zu werden. Egal, ob sie in der Mine Steine klopfen und Gold bergen (durch zwei Würfel die gewürfelt werden), Pferde zum Bahnhof transportieren und dafür Belohnungen einheimsen oder Banditen aufmischen, alles bringt Einkommen und/oder Anerkennung der rechtschaffenden Bürger. Übrigens ist es auch ausdrücklich erwünscht, seine Mitspieler, die es mit dem Recht nicht so genau halten, gefangen zu nehmen und an den Sheriff auszuliefern. Das bringt weitere Marschalpunkte für den rechtstreuen Bürger und damit mittelfristig immer mehr Anerkennung.

Wer mehr auf das schnelle Geld aus ist, kann seine Mitspieler überfallen und ausplündern, Pferde stehlen und verhökern, die Bank überfallen oder ein Duell mit einem Mitspieler ausführen. Dafür sollten die krummen Gesellen immer Abstand zum Sheriff halten. Denn wenn sie gefangen genommen werden, verlieren sie ihren Wanted-Status komplett und damit das Einkommen an Legendenpunkten am Ende jeder eigenen Runde.

Übrigens dürfen Spieler mit Marschalpunkten jederzeit entscheiden, die Seite zu wechseln und ebenfalls gesetzlos werden, wobei sie dann ihr Ansehen als Marschall auf einen Schlag verlieren und bei den Gesetzlosen bei 0 starten. Ein Gesetzloser Wanted-Spieler hingegen muss erst verhaftet werden, und kann sich dann Gedanken über seinen weiteren Werdegang machen. 

 

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Die Story Karten – so kommt Leben in die Welt

Es liegen immer zwei Story Karten, deren Bedingungen erfüllt werden können, offen aus. Sobald ein Spieler die aufgedruckte Bedingung einer Story Karte erfüllt, wird diese mit dem Marker des Spielers belegt, wie zum Beispiel kaufe für x $ in der Stadt ein oder erhalte 2 Legendenpunkte auf einmal. Befinden sich genug Marker auf der Story Karte (die Anzahl hängt von der Spielerzahl ab), ist sie erfüllt und darf umgedreht werden. Nun wird der Kartentext vorgelesen und alle Anweisungen der Karte abgehandelt. Es kommen neue Banditen ins Spiel (sofern Platz an den entsprechenden Stellen ist), der Sheriff kann von auslösenden Spieler bewegt werden und natürlich wartet auf alle involvierten Spieler eine Belohnung.

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Ein blutiges Geschäft

Im Wilden Westen – so wird es immer erzählt – herrschten die Personen, die jederzeit bereit waren, Gewalt anzuwenden. Fast jeder trug Waffen bei sich und entsprechend oft kam es zu Auseinandersetzungen. Das darf im Spiel natürlich nicht fehlen und so werden die Kämpfe zwischen Spieler, Banditen oder dem Sheriff über die im Spiel befindlichen Pokerkarten ausgetragen. Diese haben zwei Ebenen, bezogen auf die Aktionsmöglichkeiten. Zunächst gilt der reine Kartenwert, der aus üblichen Kartenspiele bekannt sein könnte (ein Ass gewinnt immer, dann folgt der König usw.). Wer hier den höheren Wert aus seiner Kartenhand verdeckt auslegt, gewinnt das Duell. Die zweite Ebene der Karten fügt noch zusätzliche Aktionen hinzu, die zum Teil auch Auswirkungen auf den Kampf haben können. Außerdem gibt es noch Karten, die Aktionen der Mitspieler blocken können. So bleibt der Ausgang einer Schießerei immer ein riskantes Unterfangen. Die Spieler verletzen sich bei Kämpfen gegenseitig, was bis zur Genesung die Kartenhand schmälert.

 

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Optionale Variante

Wenn die Spieler mit dem Spiel vertraut sind, können sie sich noch individuelle Ziele ziehen, die im Laufe des Spiel erfüllt werden können und Legendenpunkte, auf Chips gedruckt zusätzliche Punkte, zum Spielende bringen.

 

Apropos Spielende

Western Legends kann in drei Längen-Versionen gespielt werden und damit an die eigene Vorliebe angepasst werden. Sobald die vereinbarten Legendenpunkte erreicht oder überschritten wurden, wird die Runde zu Ende gespielt und das Spiel endet.

 

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Das Spielmaterial

Western Legends ist ein teures Spiel, dafür enthält es aber auch durchweg hochwertiges Material. Die Miniaturen sind alle einzigartig modelliert, hier gibt es keine Dublette, selbst bei den Bandenmitgliedern. Durch die Erweiterung „Eine Hand voll Extras“ kommen zusätzliche Miniaturen in das Spiel und viele weitere Karten. Die Erweiterung „Der Gute, der Böse und Der Schöne“ bringen neue Charaktere, Story Karten und Legendäre Gegenstände in das Spiel sowie auch weitere Karten. Das alles passt noch locker in die Box. Es gibt einen zusammensetzbaren Aufsteller, in dem alle käuflich zu erwerbenden Karten ihren Platz finden. Beeindruckend ist die Grafik, die von Roland Macdonald stammt. Sein ernster verwaschener Comicstil passt perfekt und ist sehr gut anzusehen.

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