VERGLEICH // BRASS: BIRMINGHAM vs BRASS: LANCASHIRE

VERGLEICH // BRASS: BIRMINGHAM vs BRASS: LANCASHIRE - Frederiks Meinung

 

Frederiks Favorit

Zunächst einmal muss ich sagen, dass mir beide Spiele sehr gut gefallen. Wer ein strategisches Wirtschaftsspiel sucht oder ein Fan dieser Art von Spiel ist, der sollte sich eins von beiden zulegen. Nun seid Ihr vermutlich hierhergekommen, um rauszufinden, welches von beiden Euch mehr zusagt. Dann versuche ich Euch mal etwas weiterzuhelfen:

BIRMINGHAM ist etwas kopflastiger und verzwickter, denn neben den bekannten Planungen aus LANCASHIRE müsst Ihr zusätzlich für ausreichend Bier sorgen, sowohl für den Verkauf von Waren als auch für den Bau von zwei Eisenbahnstrecken bei einer Aktion. Für manche Spieler mag Bier ein zusätzlicher Anreiz für ein Spiel sein und die kleinen Fässchen fördern diesen Reiz auf alle Fälle. Für mich hat diese zusätzliche Ressource bei BIRMINGHAM keinen spielerischen Mehrwert, denn das Spiel verändert sich dadurch nicht grundlegend. Es gibt einfach eine weitere Ressource. Eher sinkt der Spielspaß durch dieses Element, denn die Entscheidungen müssen noch besser durchdacht werden, was bedeutet, dass die Spieler länger nachdenken und die Wartezeiten sich vergrößern. Die höhere Komplexität sorgt dabei nicht für einen schwereren Einstieg, denn trotz der vielen Entscheidungsmöglichkeiten, oder gerade deswegen, werden Fehlentscheidungen in BIRMINGHAM nicht so stark bestraft wie in LANCASHIRE. Dass es wunderbar ohne dieses Element funktioniert und es mit Eisen und Kohle als Ressource genug Komplexität und strategische Tiefe gibt beweist LANCASHIRE. Zudem habe ich den Eindruck, dass Bier beziehungsweise Brauereien zu einer dominanten Strategie führen. Bier wird sowohl für den Verkauf als auch für den effektiven Eisenbahnbau benötigt, wodurch der Verkauf bei meinen Partien in der Eisenbahnepoche etwas in den Hintergrund gerückt ist und nicht mit dem Streckenbau mithalten konnte.

 

brass lancashire 205

 

LANCASHIRE ist das interaktivere Spiel. Nicht nur ist der Spielplan etwas enger und kleiner von den Ortschaften und Plätzen, sondern die Häfen sorgen für eine starke Westorientierung der Spieler. Ebenso wie bei den Brauereien in BIRMINGHAM können die Spieler die Häfen der Mitspieler in LANCASHIRE nutzen. Durch die Westorientierung der Spieler ist die Anbindung dieser leicht, wodurch die Nutzung wahrscheinlicher wird und die Interaktion steigt. Der engere Spielplan und das fehlende Bier sorgen dafür, dass die Kohle von Mitspielern eher verbraucht wird. Hierdurch ist es leichter sich auf bestimmte und verschiedene Industriezweige zu fokussieren.

Neben diesen beiden großen Spielunterschieden gibt es noch einige Kleinigkeiten, die bei der Wahl meines Favoriten eine kleinere Rolle spielen. Die Jokeraktion in BIRMINGHAM ist definitiv besser als die Aktion in LANCASHIRE, bei der zwei Karten für eine beliebige Bauaktion ausgeben werden, wobei beide nur selten im Spiel genutzt werden. Warum in BIRMINGHAM nur 30er Kredite erlaubt sind, hat sich mir nicht erschlossen, meist würde ich diese zwar sowieso wählen, in seltenen Situationen fehlt mir dort jedoch die Entscheidungsfreiheit einen geringeren Kredit zu nehmen. In BIRMINGHAM variiert der Spielaufbau durch die freien Märkte zwar, dieses hat dabei einen marginalen Einfluss auf den Spielablauf. Beide Spiele haben einen gewissen Glücksfaktor bei den freien Märkten. Wer in LANCASHIRE den freien Markt schneller nutzen kann, bekommt einen Einkommensbonus. In BIRMINGHAM sind dies andere Boni und Gratisbier. Es ist schwer zu sagen, welcher Glücksfaktor größer ist, denn beide hängen von den Ortskarten der Spieler ab. Mir persönlich hat Lancashire in diesem Punkt mehr zugesagt, denn die Boni der Märkte in BIRMINGHAM sind unterschiedlich stark und unterschiedlich leicht zu nutzen. Dagegen haben die freien Märkte in LANCASHIRE die gleichen Zugangsbedingungen, auch wenn der erste Spieler hier einen kleinen Vorteil erhält. Zu guter Letzt ist noch der Spielplan zu nennen, der für zwei Spieler bei LANCASHIRE zusätzliche Abwechslung bietet, selbst wenn das Spiel mit drei oder vier Spielern spannender ist.

Insgesamt bewegen wir uns bei beiden Spielen auf einem sehr hohen Spielniveau. Vermutlich konntet Ihr bereits erahnen, dass mir LANCASHIRE dabei besser gefällt. Wer wie ich eine hohe Interaktion und knallharten Wettbewerb mag, ist mit LANCASHIRE gut beraten. Wer Bier möchte, ein Spiel welches etwas zugänglicher ist, durch Elemente wie die Jokerkarten oder, dass Fehler weniger Einfluss auf den Spielverlauf haben, der sollte eher zu BIRMINGHAM greifen. Wobei nicht vergessen werden darf, dass dieses etwas kopflastiger ist, was wiederum zu höheren Wartezeiten führen kann.

 

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