TEST // CIVILIZATION – Ein neues Zeitalter

TEST // CIVILIZATION – Ein neues Zeitalter

Ende 2018 ist „Civilization – Ein neues Zeitalter“ erschienen. Wir haben ein Exemplar von Asmodee Deutschland zu Verfügung gestellt bekommen und haben uns in die Entwicklung der Zivilisationen gewagt. Erfahre hier, ob sich die Reise lohnt!

 

Spielaufbau

Zum Spielstart werden die Geländeplättchen in der Tischmitte ausgelegt. Nun werden Babaren-Marker, Naturwundermarker, Stadtstaaten und Ressourcen plattziert. Die SpielerInnen nehmen den ihnen am nächst gelegenen Startplatz und postieren dort ihre Hauptstadt, zuvor haben sie sich eine Farbe ausgesucht, einen Anführerbogen und haben sich eine Spielleiste genommen. Zum Spielmaterial zählen Einflussmarker, Städte (aus Kunstoff) und noch ein Kartenstapel, mit Entwicklungsstufen von I bis IV. Zum Start legen die SpielerInnen die 1er Karten unter ihre Spielleiste, so wie es der Anführerbogen vorgibt.

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Die Weltwunderkarten werden ausgelegt, ebenso wie die Diplomatiekarten der Stadtstaaten. Die Ressourcen bilden noch einen Nachziehstaple und auch die Handelsmarker werden bereitgelegt. Als letztes noch 3 Spielzielkarten zufällig ziehen und schon kann das Spiel starten.

So funktioniert das Spiel

Der Startspieler wechselt Runde für Runde. Als Startspielermarker gibt es eine Ereignisscheibe, die beim Weiterreichen um einen Wert weitergedreht wird. Ab und an bewirkt dies, dass sich die Barbaren bewegen oder die SpielerInnen für ihre entwickelten Städte einen Handelsmarker erhalten.

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Danach führen die Spieler im Uhrzeigersinn eine Aktion aus. Es gibt fünf mögliche Aktionen

Kultur // Sie erweitert den Einfluss von Städten, indem Einflussmarker angrenzend an eine Stadt gelegt werden.

Wissenschaft // Jede/r hat einen Wissenschaftszähler, auf dem die aktuelle Stufe festgehalten wird. Werden gewisse Werte überschritten, dürfen Aktionskarten gegen eine höhere und stärkere Stufe ausgetauscht werden. Welche getauscht wird obliegt jedem selbst.

Wirtschaft // Ausgehend von der Hauptstadt oder einer entwickelten Stadt dürfen die Planwagen ausgesendet werden um andere Städte zu erreichen. Die Anzahl der Wagen ist abhängig der Entwicklungsstufe. Wird eine Stadt oder ein Stadtstaat erreicht, bringt das Boni und diplomatische Beziehungen.

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Industrie // Um die eigene Zivilisation auszubreiten ist es notwendig, dass neue Städte gebaut werden. Auf diesem Weg kommen die Staaten an neue Ressourcen, die für Weltwunder gebraucht werden. Mit Industrie dürfen auch neue Weltwunder gebaut werden. Dafür müssen dann entsprechend viele Aktionspunkte und Ressourcen vorhanden sein.

Militär // Mit dieser Aktionskarte dürfen Angriffe ausgeführt, oder die eigene Verteidigung ausgebaut werden.

Anwendung der Aktions-Karten

Die einzelnen Aktionen liegen unter der Spielerleiste und haben einen Wert von eins bis fünf. Um so weiter rechts eine Karte liegt, um so stärker ist ihre Wirkung. Außerdem hat es auch eine Auswirkung auf die Gelände, auf denen eine Aktion ausgeführt werden darf.


 

meinung zum spiel DK

Auf dem PC habe ich Zivilization schon unzählige Stunden gespielt. Die Serie begleitet mich schon mein Leben lang als perfekte immer wieder fordernde und stundenfressende Strategiesimulation. Der „noch ein Zug“ Faktor schlägt bei mir voll durch. Als ich nun erstmals ein Brettspiel aus der Serie auf dem Tisch hatte, war ich unsicher, ob und wie das Spielgefühl heruntergebrochen werden kann.

Tatsächlich ist es dem Autor James Kniffen ausgesprochen gut gelungen, der strategischen Vorgabe gerecht zu werden. Jede Zivilisation hat durch die Weltwunder, Anführer und entwickelten Aktionskarten eine andere Ausrichtung und andere Stärken. Die SpielerInnen haben die Möglichkeit ihre Zivilisation dem eigenen Spiel anzupassen. Egal ob strategischer „Haudrauf“ oder friedlich siedelnder Wissenschaftler – alles ist möglich.

Die Regeln sind dabei erst einmal simpel, aber bieten trotzdem steigende Tiefe und es müssen im späten Spiel viele Dinge berücksichtigt werden, weil durch neue Aktionen, Diplomatie oder Weltwunder neue Optionen geboten werden.

Das alles führt zu einem ähnlichen Gefühl des sich immer weiter entwickeln und verbessern, was mehr als motivierend ist. Es wird alles geboten, was sich Strategen von dem Spiel wünschen dürften, die Erwartungen sind durchaus erfüllt.

Doch wie im Endlosspiel am PC sind auch die Spielzeiten von „Civilization“ durchaus als üppiger anzusehen und sehr abhängig vom Spielertyp. Wer Extremgrübler am Tisch sitzen hat, die dann erst denken wenn sie an der Reihe sind, der wird am Abend nicht sehr viel mehr machen, als das Spiel zu spielen. Es verliert dann leider bedingt durch die Downtime an Spielspaß.

Ein Lapsus leistet sich das Spiel noch bei der Anleitung. Diese ist gefühlt unübersichtlich, weil der rote Faden fehlt. Es fehlt eine konkrete Übersicht des Spielablaufs was bei mir beim lesen etwas Verwirrung auslöste. Zudem ist der Hinweis, dass die SpielerInnen zum Spielstart eine Hauptstadt platzieren nur im Text „Die erste Partie“ eingebettet. Auch das verwirrt, wenn man das Spiel nach einigen Wochen aus dem Schrank holt und dann keine eindeutige Übersicht hat, wie der Spielaufbau stattfinden soll.

Das war es aber auch schon mit den Mankos, auf der „Haben“-Seite sind viele Pluspunkte zu finden und es lohnt sich die Anleitung durchzulesen und das Spiel zu starten. Das Spielmaterial ist ebenfalls sehr gefällig und die Spielerfarben bieten etwas Abwechslung zum gewohnten Farbeinerlei.

Das Highlight ist für mich der Aktionsmodus der Karten. Das warten auf stärkere Aktionen und das zusätzliche verstärken und austauschen von Karten ist das Herzstück des Spiels und bedingt einen bestimmten Rhythmus im Spiel. Zudem bietet das Spiel zu viert recht schnell Interaktion. Das wird Diplomatie betrieben oder gleich schon das Kriegsbeil gewetzt. Das ist großartig und funktioniert aus meiner Sicht sehr gut.

CIVILIZATION ein neues zeitalter wertung

Bilder zum Spiel

 

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