
Test | Furnace - Fazit + Wertung + Bilder vom Spiel
Dem Autor Ivan Lashin ist mit „Furnace“ ein großartiges Spiel gelungen. Es bietet in einer Spielzeit zwischen 30-60 Minuten durchaus einiges zum Nachdenken. Vor allem zum Ende des Spiels, wenn die Anzahl der eigenen Fabriken immer größer wird, muss scharf nachgedacht werden, wie ein optimaler Ertrag produziert werden kann.
Das wirkt sich auch auf die Bietphase aus, denn nur wer vorausschauend neue Fabriken ersteigert und Rohstoffe beschafft, wird in der folgenden Produktionsphase einen guten Schnitt machen.
Besonders gelungen ist die Simplifizierung des Spiels. Beim Bieten gibt es kein Geld, jeder hat vier unterschiedlich große Scheiben und setzt diese. Wer für eine Fabrik bieten will muss eine Scheibe legen, die in dieser Größe und Farbe noch nicht auf der Karte liegt. Wer unten liegt bekommt die Fabrik, wer oben liegt bekommt Rohstoffe. Mit diesem Kniff gewinnen alle, es bleibt ein gutes Gefühl.
Die Produktionsphase ist ebenfalls simpel gehalten, denn es wird von jeder Fabrik genau einmal produziert. Es ist wichtig seine „Engine“ in der richtigen Reihenfolge zu nutzen, um möglichst viel Geld zu erwirtschaften. Das ist der Teil des Spiels, der in den späteren Runden wie ein Logikrätsel wirken kann, nur das in jeder Runde mehr Funktionen und Möglichkeiten hinzukommen. Ich mag Spiele mit simplen Regeln, die trotzdem komplex sein können und das trifft voll auf „Furnace“ zu.
Die Regeln sind schnell erklärt und verstanden. Aber spätestens in der letzten Runde würde „Furnace“ Anfänger sehr überfordern. Es richtet sich eher an Kenner, die das Spiel dafür relativ leicht wegspielen können.
Kommen wir noch zu einem kleinen Kritikpunkt: Auch wenn das Setting durchaus stimmig wirkt, gibt es Punkte, an denen die innere Logik etwas zerbricht. Fabriken, die mit Eisen betrieben werden und Öl oder Kohle herstellen erscheinen dann doch eher der Spielbalance geschuldet zu sein, als historischen Vorbildern.
Was ebenfalls für einige Menschen störend sein könnte, ist die eigentlich gute Idee, dass alle gleichzeitig die Produktionsphase bestreiten. Das kommt der Spielzeit sehr zugute führt aber dazu, dass jeder solitär vor sich hin baut. Ich persönlich finde die Entscheidung der Macher aber nachvollziehbar, denn eine Spielzeit von 120 Minuten würde „Furnace“ nicht tragen, dafür ist das, was pro Runde gemacht werden kann, einfach zu wenig.
In der Regel ist eine Partie „Furnace“ davon geprägt, zwischen Interaktion beim Bieten und stummes vor sich her Planen während der Produktionsphase zu schwanken. Hier entsteht aus meiner Sicht der Reiz des Spiels, der, gepaart mit den einfachen Regeln, mich schon oft dazu gebracht hat, es auf den Tisch zu bringen.
Erwähnenswert, ist noch das hübsche schlichte Design und die Ausstattung des Spiels. Die Box hätte zwar auch etwas kleiner ausfallen dürfen, aber ansonsten ist alles so produziert, wie es 2021 erwartet werden darf.
Empfehlen kann ich das Spiel für Kenner, die eine Spielgruppe von drei oder mehr Menschen haben. Zu zweit „Furnace“ ist ein kleines schnelles Spiel mit leichtem Anspruch.
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Bilder vom Spiel
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