Test | Destinies

Test | Destinies - Fazit + Wertung + Bilder vom Spiel

 

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„Destinies“ bietet auf dem ersten Blick alles, was ein typisches Fantasyspiel bieten sollte. Helden kämpfen sich an die Spitze und begeben sich dabei auf ein gefährliches und episches Abenteuer. Was „Destinies“ besonders gut macht ist die nicht vorhandene Einstiegshürde des Spiels. Theoretisch könnte das Spiel jeder noch so unerfahrenen Spielgruppe vorgesetzt werden und sie werden das Spiel in kürzester Zeit verstehen und spielen können. Das hält die Motivation aufrecht und ermöglicht einen super Spielfluss. Insbesondere die Mechanik der „Talentproben“ hat „Destinies“ sehr gut umgesetzt. Auch wenn dieses Konzept bei weitem keine Neuerung mehr ist, hat es „Destinies“ trotzdem geschafft, dem System einen sehr effizienten Stempel aufzudrücken.

 

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Die Geschichte des Spiels, die nicht weniger wichtig als jede Mechanik in diesem Genre ist, bietet interessante Einblicke und lässt jeden Charakter an der Geschichte teilhaben. Auch wenn nur eine Person das Schicksal erfüllen kann, wird die Geschichte der anderen Charaktere in der Auflösung mit eingeflochten. Dadurch zeigt das Spiel eine gewisse Art des Respektes vor den individuellen Geschichten, der oft in Vergessenheit zu geraten scheint. Niemand wird sozusagen im Regen stehengelassen, indem der Erzählfokus nur noch auf dem siegreichen Charakter liegt, was uns sehr gefallen hat.

Der große Elefant im Raum ist für viele die App. Bei diesem Thema muss klar und deutlich gesagt werden, wer Brettspiele mit Apps nicht mag, muss die Finger von „Destinies“ lassen. Die App bildet das Herz, die Leber und die Lunge des Spiels. Ohne die App lässt sich das Spiel keinesfalls spielen. Zusätzlich sind sogar einige Brettspielkomponenten völlig obsolet, da die App diese Funktionen völlig einnimmt. So haben wir irgendwann komplett auf das Spielfeld in der Mitte verzichtet, da die App alle Veränderungen und Anzeigen vollautomatisch ausführte. Das Gesuche von Markern und Spielmaterial viel völlig weg, ohne dass wir es für unser Spielgefühl gebraucht hätten. Meine bessere Hälfte fasste es als Handyspiel mit Brettspielkomponenten zusammen, dem ich nach kurzem Überlegen uneingeschränkt zustimmen musste.

 

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In Sachen Miniaturen ist „Destinies“ zusätzlich mein eigenes Negativbeispiel geworden. Alle Miniaturen, bis auf die großen Bossgegner, besitzen absolut keine Daseinsberechtigung. Qualitativ sind sie zwar klasse, jedoch sind alle Charaktere so klein, dass es ein richtiges Rätselraten ist, um die in der App angezeigte Figur an den richtigen Ort zu setzen. Eigentlich sollen die Figuren der Spielgruppe symbolisieren, wo eine Geschichtsrelevante Person steht. Genau diese Anzeige wird jedoch in der App genauso angezeigt und zusätzlich würde ein kleiner Pappmarker die gleiche Funktion problemfreier erledigen.

Kleinere Probleme gab es beim Spielen bei dem, was „Destinies“ eigentlich einzigartiger machen soll. Dadurch, dass alle Charaktere kompetitiv gegeneinander arbeiten, sind die anderen Charaktere in den jeweiligen Spielzügen der anderen Personen wenig bis gar nicht involviert. Natürlich profitieren sie von eventuellen Informationen, können schlussendlich aber nur darauf warten, dass ihnen das Tablet/Handy mit der App wieder gereicht wird, um weiterzumachen. Zusätzlich verbauen die Personen sich gegenseitig (und meist auch noch unabsichtlich) einen Weg, obwohl sie davon ebenfalls wenig profitieren. Soll heißen, dass Person A mit einem Charakter auf dem Spielfeld interagiert und diesen durch eine gedankenlose Aktion aus dem Spiel entfernt, obwohl Person B insgeheim daraufhin gearbeitet hat, genau diesem Charakter einen Gegenstand zu liefern. Da keine Person am Spieltisch weiß, was die anderen eigentlich zu erledigen haben, wirkt das alles sehr zufällig und demotivierend.

 

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In unseren Spielrunden ist es beispielsweise öfters passiert, dass ich auf bestem Weg war mein Schicksal zu erfüllen, bis meine Frau durch Zufall mein fehlendes Puzzleteil fand und meine Arbeit damit obsolet war. Dadurch, dass wir nicht einmal Handeln oder anderweitig interagieren konnten, musste ich damit zwangsläufig mit dem anderen Weg vorliebnehmen. Dieser Prozess lässt „Destinies“ wie ein Solospiel wirken, das mit vielen anderen Person zufällig zeitgleich und auf einem Spielfeld gespielt wird.

Zudem besitzt „Destinies“ einen Solomodus, der jedoch ebenfalls mit ein paar Problemchen daherkommt. Das Solospiel durchläuft nämlich die exakt gleiche Geschichte, wie das Gruppenspiel. Hat eine Person also schon das Gruppenspiel fertig, ist es weniger reizvoll, das Solospiel anzugehen, da die Geschichte und das Spielfeld bereits bekannt sind. Andersrum tritt der Fall auch ein, sodass eine Person das Spiel nicht Solo spielen kann, wenn es geplant wäre, „Destinies“ zusammen mit einer Gruppe zu erleben.

Die Parallelen zum Escape/Exit-Genre waren für uns unverkennbar. Ist ein Szenario einmal gespielt, ist das im Grunde durch. Klar kann das Szenario mit anderen Charakteren wiederholt werden, das Unbekannte ist damit aber verflogen, da bekannt ist, wo sich welche Person befindet, oder was welche Person welchem Schicksal bietet. Dem Spiel fehlt es dadurch ein wenig an Wiederspielwert und Spielvariation, was Spielgruppenabhängig für Probleme sorgen könnte.

 

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Unterm Strich ist „Destinies“ ein interessantes Fantasyspiel mit einer gut erzählten Geschichte, das für zwei lange Spieleabende ausreicht und dann weitergereicht werden kann. Spielgruppen, die sich ein Spiel mit komplexen und tiefgehenden Spielmechaniken erwarten, das viel „Spiel“ beinhaltet, oft herausgeholt werden kann und Spielspaß für eine lange Zeit bietet, werden von „Destinies“ mit Sicherheit enttäuscht. „Destinies“ eignet sich für Spielgruppen, die nicht auf der Suche nach einem Spiel für die Ewigkeit sind und große Kampagnenspiele oft nicht abschließen würden. Mit seinen ca. 10 Stunden Spielspaß bietet „Destinies“ ein schnelles Fantasy Erlebnis, dass an ein sehr umfangreiches Escape-Spiel erinnert. Besonders vorteilhaft ist, dass keine Spielkomponenten verändert werden und es dadurch schnell weitergereicht werden kann.

Für mich persönlich fand ich das Spiel überraschend, da ich im Vorfeld den großen Hype um das Spiel mitbekam, der sich in meinen Augen nicht wirklich bestätigt hatte. „Destinies“ ist ein schönes Spiel für kurze Zeit. Im Grunde fehlt hier aber einiges an Fleisch am Knochen.

 

wertung

 

 

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Tags: Story, Familienspiel, App, Fantasy

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