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DETECTIVE CLUB – Eine traumhafte Jagd nach dem Verschwörer

Geschrieben von Michael Tomiak.

DETECTIVE CLUB – Eine traumhafte Jagd nach dem Verschwörer

2015 bereicherte der ukrainische Spieledesigner Oleksandr Nevskiy die Spielewelt um das vor allem optisch fantastische Mysterium, das mit seinen traumhaft schönen Illustrationen für viel Stimmung am Tisch sorgt. Zur SPIEL 2018 trumpfte Oleksandr mit Detective Club

, einer ähnlich traumhaft schönen Neuheit, auf. Galt es bei Mysterium noch, Täter, Tatwaffe und Tatort an Hand von Kartenhinweisen zu entschlüsseln, machen sich die Spieler nun auf die Jagd nach einem Verschwörer in den eigenen Reihen. Ähnlich sind hierbei die zu entschlüsselnden Hinweise in Form von zauberhaft gezeichneten Karten, die Mechanik wurde allerdings komplett geändert.

DETECTIVE CLUB – Eine traumhafte Jagd nach dem Verschwörer

Das Spiel beginnt damit, dass ein Spieler aus seinen 6 Handkarten eine auswählt und sich ein Thema zu dem Bild überlegt. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt und ob es nun etwas Vordergründiges oder Tiefsinniges darstellt oder ob es abstrakt oder plakativ das Dargestellte umschreibt, ist jedem selbst überlassen. Wenn der Begriff feststeht, wird dieser auf kleine Notizblöcke geschrieben und verdeckt an die Mitspieler zufällig verteilt. Der Clou dabei ist, dass einer der Mitspieler einen Block erhält, auf dem der Begriff nicht notiert ist, und dieser somit keine Idee hat, worum es in den nächsten Minuten gehen wird.

DETECTIVE CLUB – Eine traumhafte Jagd nach dem Verschwörer

Verschwörer in Nöten

Für den Verschwörer gilt es nun, kreativ zu werden und aus seinen 6 Handkarten eine herauszusuchen, von der er glaubt, dass sie das gewählte Thema verkörpern könnte. Während die weiteren Mitspieler den Begriff kennen und dementsprechend 1 Karte aus ihrer Hand gezielt auslegen können, benötigt der Verschwörer ein wenig Fantasie. Für ihn bieten lediglich die ausliegenden Karten einen groben Richtungshinweis und es liegt an ihm, aus seiner Hand 1 Karte auszulegen, die möglichst viele Ähnlichkeiten mit diesen hat. Wenn reihum jeder Spieler eine Karte ausgelegt hat, legt der Startspieler eine weitere Karte aus seiner Hand aus, die erneut das zuvor gewählte Thema wiederspiegelt. Auch die Mitspieler legen nun eine weitere passende Karte aus, der Verschwörer eine, die nach seiner Meinung das Thema wiederspiegeln könnte. Und dann wird es interessant, der Verschwörer muss entlarvt werden!

DETECTIVE CLUB – Eine traumhafte Jagd nach dem Verschwörer

Zunächst verrät der Startspieler das Thema, wobei dies nur für 1 Spieler am Tisch eine Enthüllung darstellt. Von diesem Moment an hat der Verschwörer Zeit, eine Verbindung zwischen seinen ausgelegten Karten zur Thematik herzustellen. Denn nun ist jeder an der Reihe zu erklären, wieso gerade diese Karten gewählt wurden, um das Thema wiederzugeben. Und von der Qualität und Glaubwürdigkeit des Gesagten hängt es dann ab, wen die Gruppe als faulen Apfel unter sich ausmacht. Kund getan wird dies am Ende durch das Legen von Lupen auf das Kartenduo des Spielers, von dem vermutet wird, dass er oder sie beim Auslegen der Karten keinen blassen Schimmer vom Thema hatte. Abschließend decken alle Spieler ihre Blöcke auf, so dass jeder sehen kann wer der wahre Verschwörer ist. Je nachdem wie gut der Verschwörer, die Detektive und der Startspieler in ihrem Handeln waren, werden die Punkte verteilt. Abhängig von der Spielerzahl ist nach 1 oder 2 Runden, in denen jeweils jeder Spieler einmal als Startspieler ein Thema ausgewählt hat, Schluss und gewonnen hat, wer die meisten Punkte erzielen konnte.

Das Material

Das Spielmaterial wird in einer stabilen Metalldose ausgeliefert und verfügt über einen Sortiereinsatz aus Plastik. Die Anleitung liegt in den Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch bei und erklärt klar verständlich das recht simple Spielprinzip. Siegpunkte und Tableaus wurden aus stabiler Pappe gefertigt, die Lupen aus Holz. Ein Stapel kleiner Notizblöcke und ein Bleistift liegen ebenfalls bei. Wer es digital mag, kann auch auf die kostenlose Detective-Club-App zum virtuellen Verteilen des gewählten Themas an die Mitspieler zurückgreifen. Kernstück des Materials sind ohne Zweifel die sehr fantasievoll gestalteten Karten, die nicht nur schön anzusehen sind, sondern zudem auch eine gute Materialqualität aufweisen.

DETECTIVE CLUB – Eine traumhafte Jagd nach dem Verschwörer

Bereits Mysterium hat mir sehr gut gefallen, doch Detective Club finde ich noch einmal einen ganzen Deut besser. Bei Mysterium hatte ich häufiger das Problem, dass es sehr schwer war, eine Gemeinsamkeit zwischen Deutung und Vorgaben zu finden und auch die Spielmechanik hinsichtlich des Gewinnens des Spiels fühlte sich für mich ich ein wenig aufgesetzt an. Bei Detective Club ist von alldem nun nichts mehr zu spüren. Mit ein wenig Fantasie ist es immer möglich Geschichten rund um seine Karten zu erzählen und sie ohne Druck in eine Thematik zu fassen. Egal ob Startspieler oder Verschwörer.

Je größer die Gruppe ist umso mehr macht es Spaß, den Mitspielern bei ihren Geschichten zu lauschen und sich selbst ein Bild davon zu machen, wer von ihnen der Verschwörer ist. Als Verschwörer macht es fast noch einen größeren Reiz aus, ein Gefühl für das Thema zu entwickeln, um am Ende dann selbst unter Zeitdruck etwas zumindest einigermaßen Plausibles zu erzählen oder aber einfach nur schlechte Handkarten für die halbseidenen Erklärungen verantwortlich zu machen.

Wer Mysterium auf Grund seiner visuellen Art mochte, wird mit Detective Club sicherlich auch seine Freude haben. Bei der SPIEL 2018 war die Begeisterung für das Spiel so groß, dass es am Ende der Messe restlos ausverkauft war. Laut Oleksandr Nevskiy wird das Spiel erst wieder zum Ende des Winters 2019 verfügbar sein. Die ukrainische Fassung soll es noch vor Weihnachten geben. Da das Spielmaterial sprachneutral ist und das deutsche Handbuch zum Download bereitsteht, dürfte es für den einen oder anderen Interessierten durchaus eine Alternative sein. Ansonsten heißt es, auf das Ende des Winters zu warten und die Zeit zu nutzen, um an der Technik zum spontanen Geschichtenerzählen zu feilen.

 

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