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Test // Stone Age – Das Ziel ist dein Weg

Test // Stone Age – Das Ziel ist dein Weg

 

unsere meinung alex wandee

Lohnt sich ein Ausflug in die Steinzeit?

stone age 10Mit der Steinzeit haben wir ein unverbrauchtes Thema vor uns, das sowohl optisch wunderschön umgesetzt wurde als auch inhaltlich zu überzeugen weiß. Es fällt leicht, sich in die damalige Zeit hineinzuversetzen: Welche Mühen es kostet, Rohstoffe zu sammeln, um daraus seine Unterkünfte zu bauen, und wie Werkzeuge den Abbau der Rohstoffe erleichtern. Auch dass mehr Stammesmitglieder mehr leisten können, aber natürlich auch mehr Nahrung benötigen, leuchtet ein. Schmunzeln ließ uns die Detailverliebtheit: Zur Erweiterung des Stammes müssen folgerichtig zwei Stammesmitglieder eingesetzt werden, während z.B für die Herstellung von Werkzeugen nur ein Arbeiter benötigt wird. Einzige Kritik hier ist, dass die Zivilisationskarten nicht so recht ins Konzept passen und auch die Möglichkeit, Rohstoffe in Nahrung umzutauschen, erscheint unlogisch. Das ist aber schon Jammern auf hohem Niveau.

Andere Spiele könnten sich bei der authentischen Umsetzung eines Themas gerne an Stone Age orientieren. Zu oft lässt sich bei anderen Spielen das Thema beliebig austauschen. Dagegen wird das Thema bei Stone Age auch noch einmal durch die ansprechende Gestaltung des Spielbretts und des Spielmaterials aufgegriffen. Die kräftigen Farben sind ansprechend, ohne die Gefahr zu bergen, zu erblinden.

Obwohl die Aktionsmöglichkeiten und der Umfang der Regeln überschaubar sind, überrascht das Spiel doch durch seine spielerische Tiefe. Es gibt nicht nur eine Strategie, die zum Sieg führt. Wenn der Konkurrent darauf bedacht ist, seinen Stamm schnell zu erweitern, um im späteren Spiel Vorteile zu erhalten, können die anderen SpielerInnen dies z.B. durch den Kauf von Gebäudekarten nur eines Stapels kontern, um ein schnelles Spielende herbeizuführen.

Auch sollte ständig berücksichtigt werden, was die Mitspieler planen. So manche Verwünschung wurde in unserer Spielrunde schon geäußert, wenn der nächste Spieler noch genau einen Rohstoff benötigte, um ein wertvolles Gebäude zu bauen, der aktive Spieler diesen Plan jedoch vereitelte, indem er kurzerhand die letzen freien Aktionsfelder des Steinbruchs mit seinen Arbeitern besetzte. Somit ist stets auch für ausreichend Interaktion gesorgt.

Sehr angenehm ist es auch, dass es wenig Down Time gibt, da die einzelnen Aktionen recht gut vorab im Zug der anderen Spieler geplant werden können und die einzelnen Züge daher in der Regel wenig Zeit in Anspruch nehmen.

Das Würfel-Element lässt einen Glücksfaktor einfließen, der nicht jedem gefallen muss, uns in diesem Spiel jedoch sehr zusagt. Zum einen handelt es sich schließlich um ein Familienspiel, welches hierdurch auch jüngeren Mitspielern Erfolge ermöglicht, zum anderen spiegelt es die Realität wieder, da eine erfolgreiche Jagd oder das Entdecken von Gold nun einmal auch Glückssache ist. Nebenbei wird hierdurch zudem die Spannung erhöht, denn wenn dringend ein Gold benötigt wird, muss gut abgewägt werden, wieviele Arbeiter dafür abgestellt werden, um mit entsprechend vielen Würfeln die benötigten Würfelpunkte zu erreichen. Nur ein Würfel wäre sicherlich sehr optimistisch. Zwei würden statistisch reichen, aber möchte ich mich darauf verlassen? Wer nicht zu sehr auf Fortuna´s Gunst angewiesen sein möchte, kann durch den Einsatz von Werkzeugen den Glücksfaktor reduzieren, da hierdurch Würfelergebnisse erhöht werden können.

Das Spiel ist gut ausbalanciert und funktioniert mit zwei SpielerInnen ebenso gut wie mit vier. Die Spielzeit variiert hier in etwa zwischen 45 und 90 Minuten, je nach Spielweise und Anzahl der Mitspieler. Uns hat das Spiel zu dritt am meisten zugesagt.

Bernd Brunnhofer, der Autor von Stone Age, hat sicherlich nicht das Rad neu erfunden. Die fehlende Innovation verzeihen wir aber gerne, weil er mit Stone Age durch eine ansprechende Spieltiefe und eine herausragende Umsetzung des Themas ein tolles Spiel für die ganze Familie geschaffen hat. Dabei kann das Spiel nach unserer Einschätzung bereits von pfiffigen 7-jährigen mit leichter Unterstützung gespielt werden; der Karton gibt ab 10 Jahren an. Auch VielspielerInnen werden ihren Gefallen an Stone Age finden, allerdings dürfte es diesen auf Dauer wohl doch etwas an Tiefe fehlen.

Von uns gibt es eine klare Spielempfehlung.

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stone age wertung

Bilder vom Spiel

 

Tags: Prehistorisch, 45-90 Minuten, 2-4 Spieler, Strategie

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