ANGESPIELT // GALACTIC ERA – ab November auf Kickstarter

ANGESPIELT // GALACTIC ERA – ab November auf Kickstarter

Der Spieleautor Channing Jones arbeitet seit vier Jahren an seinem strategischen Weltraumspiel Galactic Era. In dieser Zeit hat er fast 100 Testpartien bestritten und akribisch Buch über die Ergebnisse gehalten um sein asynchrones 4x Strategiespiel möglichst ausgewogen zu halten. Wir haben es eine Partie lang gespielt, die zu viert rund drei Stunden dauerte. Wir geben eine kurze Übersicht, wie das Spiel funktioniert und für wen es was sein könnte, wenn es am 4. November auf Kickstarter starten wird. Der Preis wird bei 99 € liegen .

Darum geht es im Spiel

galactic era proto 02In Galactic Era, streiten die unterschiedlichen Fraktionen und Völker um die Vorherrschaft im Universum. Um das zu erreichen müssen sie ihre Raumschiffflotte ausbauen, Sterne erkunden und besiedeln. Es müssen Technologien erforscht werden, es kann Handel getrieben und es können Allianzen gebrochen als auch geschlossen werden. Alles was ein 4x Spiel bieten soll, wird hier geboten, was eine anspruchsvoller, aber nicht überfordernde Spielablauf zu gewährleisten weiß.

Zusätzlich gibt es noch gewisse Gesetzte in der zu erforschenden Galaxy. Es gilt das Gesetz der hochentwickelten Spezies, die sich nur unbevölkerte oder alliierte Planeten einverleiben dürfen. Schwach entwickelte Zivilisationen sind tabu und müssen die Chance erhalten sich eigenständig zu entwickeln. Doch wo es Gesetze gibt, da gibt es auch Gesetzesbrüche und diese finden statt, wenn Spezies ihre dunkle Seite zeigen.

galactic era proto 04Der Clou ist, dass jede Spezies immer eine helle und eine dunkle Seite hat. Diese zu wechseln kostet eine, von nur zwei raren Aktionen pro Runde. Dafür dürfen Fraktionen/Spezies auf der dunklen Seite Kriege erklären (ist zwingend notwendig bevor eine andere Fraktion/Spezies angegriffen werden darf), sie dürfen unterentwickelte Planeten besetzen oder auch Planeten blockieren. In dem mittleren Teil des Spiels wird das sogar belohnt, während am Anfang und am Ende des Spiels die friedlichen Völker Punkten können.

Eine Spielrunde besteht aus vier Phasen von denen in zweien die Hauptarbeit anfällt. Als erstes werden Flotten gebildet, sofern es gewünscht ist, dann werden die Raumschiffe und Flotten bewegt. Eventuelle Kämpfe von verfeindeten SpielerInnen werden per Vergleich ausgeführt, alles findet ohne Würfel statt.

In der zweiten Phase finden nun die Aktionen statt. Es kann geforscht werden, besiedelt, Schiffe erbaut, die Gesinnung gewechselt, die Spielreihenfolge geändert oder die Bevölkerung erweitert werden. Das ist das Element, um die strategische Marschrichtung für die nächste Bewegungsphase vorzubereiten.

In der dritten Phase können Technologien zwischen SpielerInnen gehandelt werden.

Die vierte Phase ist dafür da um Punkte zu werten, danach startet die nächste von acht Runden.

meinung zum spiel DKgalactic era proto 09Mein erster Eindruck ist durchaus positiv. Das Spiel hat mich angesprochen, obwohl ich sonst längere Spielzeiten eher scheue. Ich wollte es zu Ende bringen, obwohl ich nicht (mehr) auf der Siegerstraße war.

Tatsächlich hat das Spiel eine Geschichte im Kopf hinterlassen - das ist bemerkenswert -  die an unserem Spieletisch in unserem kleinen fiktiven Universum entstanden ist. Meine endlosen Kämpfe mit Marius haben uns beide ausbluten lassen, während der findige Channing fast die freie Hand hatte und das halbe Universum besiedelte. In seinem Windschatten konnte sich Claudias Dynastie ebenfalls erheben und sorgte mit einem tollen Finale dafür den zweiten Platz zu ergattern. Obwohl ich mich meine Spezies, die „Nordic Humanoids“ lange auf dem Weg zum Siegertreppchen sah, endet mein Volk als Treppenwitz auf Platz drei von vier.

Allein die Tatsache, das soviel hängen geblieben ist und wieviel ich von den MitespielerInnen mitbekommen habe zeigt, dass das Spiel als solches gut funktioniert. Die Runden gehen gefühlt schnell, fast alles was die Mitspieler treiben kann relevant sein oder werden. Es gibt zig Möglichkeiten einen Weg einzuschlagen.

Allein mit einer Spezies muss das Spiel mehrfach gespielt werden, um diese optimal zu nutzen. Auch die Technologien müssen gezielt ausgebaut werden. So dürfte das Spiel für viele Runden reizvoll sein.

galactic era proto 11Das Ergebnis unserer Partie ist dann deutlich weniger eindeutig gewesen, als gedacht: Am Ende waren wir doch recht nah beieinander und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es nicht einfach ist den anderen SpielerInnen punktemäßig wegzurennen.

Das ist bei einem asynchronen Spiel wichtig zu wissen und hier zeigt sich, dass sich die akribische Arbeit, die der Autor investiert hat, sich eindeutig gelohnt hat. Dabei wurde nur an der Oberfläche gekratzt und wie schon anfänglich betont ist dies nur der allererste Eindruck vom Spiel.

Lobenswert ist auch die Optik, die sehr gelungen und farbenfroh, für ein 4X Strategie-Spiel geworden ist. Das Design ist gut und bietet eine ordentliche Balance zwischen abstrakter Übersichtlichkeit und Freude für das Auge. Hier hat der brasilianische Künstler Diego Sanchez einen guten Job gemacht.

Wer nach einem Weltraum- / 4X-Spiel mit großem Potential Ausschau hält, der sollte sich Galactic Era geanauer anschauen. Es ist für mich ein Geheimtipp, der auf jeden Fall einen Blick wert ist und die Chance verdient sich auf dem Tisch zu beweisen.

Bilder vom Spiel

Tags: Strategie, Crowdfunding, Erkunden, Science Fiction, Kickstarter, Weltraum

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