TEST// MASTER OF RESPECT

TEST// MASTER OF RESPECT

 

 

christian backe meine meinung überschrift"Zu lang und doch zu kurz"

Es ist eigentlich ein simples Spiel. Die Spielzeit ist eher kurz und die Illustrationen der Schüler heben sich angenehm von anderen Spielen ab. Doch der Stil gefällt nicht jedem.

Leider hat das Spiel bereits zu Beginn ein paar kleine Zipperlein, die nicht zu einem schnellen harten Kämpfer passen wollen.

MASTER OF RESPECT tat sich schwer auf meinem Spieltisch.

Der Aufbau braucht Zeit. Alle Technikplättchen in ihre Gruppen A, B und C sortieren, diese dann mischen und das oberste Plättchen jeder Gruppe aufdecken. Anschließend diese und ihre Doppelgänger wieder aus den gemischten Stapeln aussortieren und die verbliebenen Techniken auf dem Tisch auslegen. Das klingt träge und so fühlt es sich auch an.

Das Spiel selbst war technisch und brachte wenig Spaß. Auch wenn es an allen Stellen durchblitzt, bleibt das Kampfsportthema seltsam theoretisch. Auf den letzten Seiten der Anleitung gibt es zwar Hintergrundgeschichten zu allen fünf Meistern und den Schülern. Jeder dieser kurzen Absätze könnte dabei direkt aus einem mehr oder minder ernsthaften Kung Fu Film stammen. MASTER OF RESPECT nimmt sich zu keiner Zeit ernst, sondern persifliert die typischen Easternfilme wie „Drunkenmaster“ oder „Der Mann mit der Todeskralle“.

master of respect 34

Doch leider sind alle Plättchen und Karten ausschließlich japanisch beschriftet. Das ist zwar thematisch passend, aber nichtjapanische Spieler werden sich kaum an die Namen der Schüler oder Techniken erinnern. Dazu müsste jedes Mal die Anleitung bemüht werden. Die Technikplättchen bestehen nur aus Ikonographien und einem malerischen Namen für die Kampftechnik. Auch dieser ist auf japanisch und so bleibt statt dem „Klagelied der goldenen Tränen“ nur das Technikplättchen B1. Keine Darstellung macht die Kämpfe greifbar oder die Handlungen spannend.

In seinem Kern beschränkt sich das Spiel auf wenige Züge, in denen Ressourcen gesammelt und in Punkte umgesetzt werden. In der Hoffnung eine Aktion kopieren zu können, sind alle Spieler stets aufmerksam und niemand muss auf seinen nächsten Zug warten. Die Züge an sich sind aber nicht spannend und die Effekte wiederholen sich.

Und hier fällt eines auf: Das Spiel dauert für sein simples Rohstoffsammeln zu lange.

Um in Schwung zu kommen, ist es jedoch zu kurz. Kaum sind neue Kämpfer angeworben und trainiert, ist das Spiel auch schon vorbei. Die erste Partie sorgte am Spieltisch schnell für fragende Gesichter.

Dies lag vor allem an den fehlerhaften Regeln. In der deutschen Übersetzung steht, dass durch das Kopieren keine Gegenstände erhalten werden dürfen. Dadurch erschien dieses wichtige Spielelement nutzlos bei geschätzten 70% der Plättchen. In der nächsten Partie und mit korrekten Regeln kam das Spiel besser in Gang, fesselte aber auch nicht mehr als zuvor. Gerade angesichts der ausufernden Kämpfer- und Technikbeschreibungen ist es schade, dass in den Regeln Beispiele fehlen und ungünstig gekürzt wurde. Fehler der Anleitung sind besonders ärgerlich.

MASTER OF RESPECT verschenkt einiges an witzigem Potential und schreckt durch seine Nüchternheit ab. Spiele wie Munchkin machen es in Sachen Darstellungen wesentlich besser. Gerade wenn ein sprachlicher Zugang fehlt, wären Illustrationen umso wichtiger.

Der Wiederspielwert ist mäßig, denn es gibt nur 12 verschiedene Techniken und  9 davon stehen in einer Partie zur Verfügung. Viel Abwechslung entsteht in weiteren Partien nicht. Die Meister spielen sich geringfügig unterschiedlich aufgrund ihrer verschiedenen Starttechniken, stellen aber keine große Herausforderung für erfahrene Spieler dar.

So ist MASTER OF RESPECT ein nettes, etwas gehobenes Familienspiel. Es ist witzig und relativ schnell gespielt, lässt aber Chancen für einen bleibenden Eindruck ungenutzt. Für Fans von Eastern und Kung Fu ist es aber möglicherweise spaßig und ein netter Einstieg oder Absacker für den Spieleabend. In meinem Dojo wird es nicht bleiben.

 

 

master of respect wertung

 

Bilder vom Spiel

Tags: Ressoucenmanagement, 45-60 Minuten, Aktionen programmieren, 3-5 Spieler, Familienspiel, Kartenspiel

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