TEST // ORIFLAMME

TEST // ORIFLAMME - Fazit + Wertung + Bilder vom Spiel

ORIFLAMME ist ein solides Spiel für zwischendurch. Die Kartenmechaniken und das Spielziel arbeiten sehr gut zusammen, sodass es teilweise entscheidend ist, zu welchem Zeitpunkt genau Karten gespielt werden, um den bestmöglichen Effekt zu erzielen. Auch die geringe Komplexität des Spiels machte es für meine Spielergruppe attraktiv, weil bei uns immer einmal wieder ein kleines Spiel für zwischendurch/zwischen 2 größeren Spielen ausgepackt werden darf.

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Die Thematik des Spiels ist ebenfalls sehr gut mit den Kartenmechaniken verwoben, sodass sich dies direkt im Spielgeschehen widerspiegelt. Dein „Nachfahre“ wird in der Tischmitte zu mächtig? Kein Problem, dann lasse ich ihn zunächst von meiner Spionin bestehlen, bevor ich ihn mit einem Attentat ausschalte. Auch die Mechanik, dass Karten nur an die äußersten Ränder gelegt werden können, eröffnet interessante strategische Wege. Zwar ist die erste Karte der Reihe auch als erstes dran, macht sich damit aber auch leicht zum Ziel einer Bogenschützin. Jede Entscheidung will damit gut überlegt sein.

Jedoch ist nicht alles Gold was glänzt. In unseren Spielrunden ist uns deutlich aufgefallen, dass manche Karten viel stärker sind als andere. Geschieht es nun, dass sich ein Großteil dieser Karten unter den zufällig abgeworfenen Karten zu Beginn des Spiels befindet, besteht für diesen Spieler meist kaum eine reale Chance auf den Sieg. Ein Beispiel hierfür sind meine Handkarten, bei denen das Attentat, der Soldat und das Dekret fehlten. All diese Karten beeinflussen die Karten der Gegner, indem sie sie entfernen oder verschieben (was sehr essentiell ist!). Diese 3 Karten bilden zudem 75% der Karten, die mit gegnerischen Karten interagieren, sodass ich keine Chance hatte, die Pläne meiner Gegner zu vereiteln, während sie meine Karten links und rechts auf der Kartenreihe entfernten.

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Natürlich kann dies nicht für jeden Spielverlauf gesagt werden, passiert dies jedoch, kann sich der jeweilige Spieler mit einer hohen Wahrscheinlichkeit bereits zu Beginn des Spiels einen Sieg aus dem Kopf schlagen. Während dieser Punkt Gelegenheitsspieler oder Familien eher weniger stören könnte, ist es für Strategen und Vielspieler ärgerlicher. Das Problem, das ich hier sehe, ist, dass es ORIFLAMME an Spielvariationen fehlt, die leicht zu implementieren wären.

Ein Vorschlag wäre zum Beispiel, dass nur 1 von 3 zufällig und die anderen 2 Karten ausgewählt abgeworfen werden. So könnten gewisse Spieltaktiken verfolgt und mehr Kontrolle in das Spielgeschehen zurückgebracht werden. Die Möglichkeiten dieser eigenen Spielvariationen bieten sich in den wenig komplexen Regeln gut an und lassen sich leicht implementieren, sind jedoch mit eigenen Spieldurchläufen und einem gewissen Trial and Error-System verbunden.

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Ein kleiner Kritikpunkt am Rande wäre noch, dass es der Spielschachtel an jeglicher Art von Tüten fehlt. Zwar verhindert die Schachtel, dass die Marker herausfallen (die innere Box wird nach unten herausgeschoben), aber durch die Einflussmarker und Karten herrscht in der Spielschachtel reinstes Chaos. Spieler, die so empfinden wie ich, sollten also kleine Tütchen zum Eintüten bereithalten.

Unterm Strich ist ORIFLAMME ein schönes, kurzweiliges Spiel, mit dem zwar kein langer Spieleabend gefüllt werden kann, aber als eine kleine Ablenkung für zwischendurch durchaus seinen Wert bewiesen hat.

 

Wertung zum spiel

 

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Bilder vom Spiel

Tags: Ressourcenplacement, 20-40 Minuten, 3-5 Spieler, Bluffen, Kartenspiel, TSD20

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