Test | Drakatak

Test | Drakatak

Seit Jahren schon wurden die großen Clans des Festlandes vom Zorn des roten Drachen unterdrückt. Die ständigen Konkurrenzkämpfe untereinander verhinderten es, dass sie sich zusammenschließen konnten und als geeinte Front agierten. Doch alles änderte sich als eine neue Bedrohung das Licht der Welt erblickte. Späher berichteten, dass ein untoter Drache aufgetaucht war, der die Völker nun nicht mehr nur unterdrückte, sondern an den Rand der vollkommenen Zerstörung führte. In „Drakatak“ müssen die Armeen der Völker zusammengetrommelt und gegen die großen Bedrohungen ausgesandt werden! Wem gelingt es die Truppen am taktischsten zu formieren und wer wird zuerst alle Truppen los sein?

 

infos zum spiel

Bragelonne Games hat uns "Drakatak" freundlicherweise für eine Rezension zur Verfügung gestellt.
Dies hat keinen Einfluss auf unsere Bewertung!

Darum geht es in dem Spiel

In „Drakatak“ spielt die Spielgruppe reihum Handkarten aus mit dem Ziel, keine Karten mehr zu besitzen. Alle Karten stellen eine Armee eines der Clans dar, die auf das zentrale Spieltableau gespielt werden müssen. Dafür spielen die Farben und die Zahlen der Karten eine besondere Rolle. Insgesamt liegen fünf Kartenreihen aus. Das zentrale Spieltableau gibt dazu an, ob die jeweilige Kartenreihe im Kartenwert auf- oder absteigend angelegt werden muss. Während bei zwei Reihen die Farbe keine Rolle spielt und jede Farbe ausgespielt werden kann, sind drei Reihen an eine bestimmte Kartenfarbe gebunden.

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In einem Spielzug spielen Personen eine Handkarte von ihren drei verfügbaren Handkarten in eine der verfügbaren Reihen aus. Können sie keine Karte anlegen, müssen sie bis zu zwei Karten einer Reihe entfernen und bis zu zwei Handkarten in die so freigeräumte Reihe ausspielen. Die entfernten Karten werden zur Strafe unter das eigene Kartendeck gelegt. Um die Reihen etwas zugänglicher zu machen oder den anderen Personen das Spiel ein wenig zu erschweren, verfügen alle über mindestens eine spezielle Fähigkeit. Diese lässt sich einmalig während des eigenen Zuges aktivieren, sodass sie einen individuellen Vorteil bietet, der durchdacht eingesetzt werden sollte. Zusätzlich verfügen alle über mindestens eine Helden-Karte. Helden gelten als Joker-Karte und können auf jede Reihe gelegt werden, sofern eine Zahl zwischen 1-12 auf diese passt, die die Heldenkarte annehmen kann.

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Wurden sechs Karten in eine der Reihe gelegt, müssen die Karten abgelegt und die so freigeräumte Reihe wieder mit den eigenen Handkarten aufgefüllt werden. Weitere Schwierigkeiten kommen durch die Drachen hinzu. Der rote Drache blockiert in jedem Zug eine der fünf ausliegenden Reihen, wobei er immer am Ende des Zuges von der aktiven Person umgestellt werden muss. Mit den speziellen Fähigkeiten kann dies ein wenig beeinflusst werden, indem diese Bewegung für einen Spielzug verhindert wird oder (in einem Solo- bzw. Zwei-Personen-Spiel) der untote Drache ins Spiel kommt und eine zweite Reihe blockiert.

Sobald es einer Person gelungen ist alle Karten aus dem eigenen Nachziehstapel und der Hand auszuspielen endet das Spiel sofort und diese Person wird zum größten Helden gekrönt.


Wer sich das Spielsystem von „Drakatak“ anschaut wird relativ schnell bemerken, dass sich das französische Spiel eine starke Konkurrenz im Familienspiel-Genre ausgesucht hat. Alle Mechaniken und der Spielverlauf erinnern sehr stark an „The Game“, wobei bei „Drakatak“ die kooperative zu einer kompetitiven Komponente vertauscht wurde.

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Im Kern funktioniert das auch. „Drakatak“ lässt sich gut spielen und es bestehen kaum Einstiegshürden, sobald die etwas hakeligen Regeln des Regelbuches einmal durchgearbeitet sind. Das zentrale Spielfeld macht einen sehr aufgeräumten Eindruck und wirkt auch in seinem Material nicht überladen, was das Spiel durchaus zugänglich macht. Bei unseren Spielrunden litt das Spiel aber an dem, was es eigentlich einzigartig machen sollte. Durch das kompetitive Spielsystem wurden wir aufgefordert, unserer Spielgruppe Steine in den Weg zu legen, indem wir sie mit den Drachen blockierten. Da es aber zu wenig alternative Wege gab, die anderen in ihrem Tun zu stören, fühlte sich dieser Part eher an wie ein reines Glücksspiel. Besonders deutlich wurde das, da der Drache nach einer bestimmten Zeit immer wieder zwischen zwei Reihen hin- und hergeschoben worden ist. Auch die drei Handkarten bieten sehr wenig Handlungsspielraum. Das wird besonders beim Ablegen von Kartenreihen verdeutlicht. Schafft es eine Person eine Kartenreihe mit der sechsten Karte zu vervollständigen ist es reines Glück, wie viele weitere Karten in diesem Zug ausgespielt werden können.

Wurde zum Beispiel eine zusätzliche Karte durch eine spezielle Fähigkeit ergattert und passt diese Karte auch noch zu den anderen Handkarten, kann eine Person in einem Spielzug insgesamt vier Karten ausspielen. Auch wenn es nur drei Handkarten sind, die eine Person in einem Zug durch die passenden Handkarten zur rechten Zeit ausspielen kann, kann das das Gefüge des Spiels nachhaltig beeinflussen. Wir hatten das Gefühl, dass „Drakatak“ nur kompetitiv war, um sich von der Konkurrenz abzugrenzen. Wird „Drakatak“ nämlich kooperativ gespielt (wir haben etwas mit den Regeln herumexperimentiert) empfanden wir es als ein deutlich angenehmer. Natürlich kann das rein auf unserer subjektiven Einschätzung basieren, jedoch bleibt der Fakt, dass viele Elemente in „Drakatak“ nicht wirklich mit dem kompetitiven Modus funktionieren.

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Was kaum verwunderlich sein dürfte ist, dass das Thema des Spiels absolut keine Rolle spielt. Wie eine Tapete, die nur so halb an der Wand hängt, versucht „Drakatak“ sich mit seinem Thema einen Anstrich zu verleihen, den er im inneren eigentlich gar nicht hat.

Was bleibt nun also noch zu sagen. „Drakatak“ ist ein kleines, schnell gespieltes Familienspiel, das ohne große Einstiegshürden daherkommt. Durch die Sprachneutralität öffnet sich das Spiel vielen verschiedenen Spielgruppen und die kleinen Pappdrachen verleihen ihm eine interessante Tischpräsenz. Jedoch setzt „Drakatak“ auf viele Elemente, die es zwar eigenständig, aber dafür nicht besser machen als die Konkurrenz. Spielgruppen, die bereits „The Game“ besitzen, werden „Drakatak“ kaum brauchen, es sei denn, sie interessieren sich an der optischen Gestaltung. Wer „The Game“ mochte und Interesse an einem sehr ähnlichen Spiel hat, kann sich „Drakatak“ zwar ansehen, sollte sich aber Überlegen, ob der hohe Preisunterschied wirklich gerechtfertigt ist.

 

Wertung zum spiel

 

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