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INTERVIEW // Nate French

INTERVIEW // Nate French

Die Reihe der BSN Interviews geht weiter. Dieses Mal stand uns Nate French, den Meister der Living Card Games (LCG), dafür Rede und Antwort. Von Nate stammen unter anderem Spiele wie ARKHAM HORROR: DAS KARTENSPIEL, MARVEL CHAMPIONS: THE CARD GAME und DER HERR DER RINGE: DAS KARTENSPIEL die allesamt sehr erfolgreich sind. Zwei der drei Spiele haben sich dabei in den Top 100 bei BGG eingenistet.

Woher sein Faible für LCGs stammt, welche Besonderheiten es dabei bei deren Entwicklung zu berücksichtigen gilt und weitere persönliche Einblicke von Nate erfahrt ihr im nachfolgenden Interview.

 

Anmerkung zur Übersetzung

Die von Nate erwähnten Collectible Card Games (CCG) wurden mit „Sammelkartenspiele“ übersetzt. Im Gegensatz zu LCGs weißen diese eine größere und zufälliger Bandbreite von Karten in den jeweiligen Booster Packs auf, wodurch sie in der Regel kostenintensiver sind, da u.a. für bestimmte seltene Karten mehrere Booster gekauft werden (was noch lange keine Garantie bedeutet die gewünschte Karte zu erhalten). Bei LCGs handelt es sich eher um fixe Sets / Expansionen um ein Basisspiel herum.

Anders gesagt. Bei einem LCG weiß man was man bekommt, bei einem CCG weiß man das nicht.

 

Erzähle uns doch kurz etwas über Dich.

I live in Minneapolis, Minnesota, USA, with my girlfriend and a new kitten named Rocket. I enjoy playing and studying poker, chess, sports betting, reading, and chicken wings.

Ich lebe in Minneapolis, Minnesota, USA, mit meiner Freundin und einem neuen Kätzchen namens Rocket. Ich spiele und studiere gerne Poker, mag Schach, Sportwetten, Lesen und Chicken Wings.

 

Wie würdest Du Dich selbst beschreiben?

I’m usually pretty quiet and laid back. I try to focus on joy, gratitude, and living an optimal life.

Ich bin normalerweise ziemlich ruhig und entspannt. Ich versuche, mich auf Freude, Dankbarkeit und ein optimales Leben zu konzentrieren.

 

Wie bist du zum Thema spielen gekommen, was war dein Einstieg?

My Grandma (RIP as of last week at age 102) introduced me to a number of classic games when she was taking care of me and my brother at a young age: Checkers, Chess, Chinese Checkers, Pinochle, she even taught us Poker. We played a bunch of mass market games at the time too: Clue, Battleship, Life, Parcheesi, and so forth. In Jr. High I was part of a D&D group and a few years later that lead to Spellfire–my introduction to the collectible card game (CCG) genre).

Meine Oma (sie wäre letzte Woche 102 Jahre alt geworden) hat mich mit einer Reihe von klassischen Spielen bekannt gemacht, als sie sich in jungen Jahren um mich und meinen Bruder gekümmert hat: Dame, Schach, Chinesische Dame, Pinochle, sie brachte uns sogar Poker bei. Damals spielten wir auch eine Reihe von Massenmarkt-Spielen: Clue, Battleship, Life, Parcheesi, und so weiter. Im Jr. High gehörte ich einer D&D-Gruppe an, und einige Jahre später führte das zu Spellfire - meine Einführung in das Genre der Sammelkartenspiele.

 

Wie kam es dazu, dass Du angefangen hast Spiele zu entwickeln?

I picked up the novel, A Game of Thrones, in the summer of 1999, and loved it. When I stumbled upon the A Game of Thrones CCG a few years later, I was hooked. I was runner up in the game’s first world championships, and over the next couple years won several national championships. The success got me on FFG’s radar, and I ended up working with Eric Lang and then-developer Casey Galvan as a playtester. When Casey left FFG, he encouraged me to apply for the position. I was working at an Applebee’s at the time, so had very little to lose and threw my hat in the ring…it turned out to be one of the better decisions of my life.

Ich habe den Roman A Game of Thrones im Sommer 1999 in die Hand genommen und liebte ihn. Als ich ein paar Jahre später über das Sammelkartenspiel A Game of Thrones stolperte, war ich süchtig danach. Ich wurde Vizemeister bei der ersten Weltmeisterschaft des Spiels und gewann in den folgenden Jahren mehrere nationale Meisterschaften. Der Erfolg brachte mich auf das Radar der FFG (Spieleverlag Fantasy Fight Games, die Red.), und ich arbeitete schließlich mit Eric Lang und dem damaligen Entwickler Casey Galvan als Spieltester zusammen. Als Casey die FFG verließ, ermutigte er mich, mich für die Stelle zu bewerben. Zu dieser Zeit arbeitete ich bei einem Applebee's, hatte also sehr wenig zu verlieren und warf meinen Hut in den Ring... es stellte sich als eine der besseren Entscheidungen meines Lebens heraus.

 

Wie lange dauert es ca. von der ersten Idee bis zur Umsetzung? Wie viele Stunden die Woche investierst Du ca. für ein laufendes Projekt?

In general, I’m working on projects anywhere from 1-3 years ahead of when they are published. Occasionally it’s a little longer. I’ll also frequently let an idea roll around for a bit before I begin any serious work on it. Such an incubation period is a good test to see if an idea has staying power. If I haven’t forgotten or dismissed a concept after a couple months (or sometimes more), it’s a good sign there might be something there…

Im Allgemeinen arbeite ich an Projekten, die 1-3 Jahre vor ihrer Veröffentlichung liegen. Gelegentlich ist es ein wenig länger. Ich lasse auch oft eine Idee eine Weile herumrollen, bevor ich mit der ernsthaften Arbeit daran beginne. Eine solche Inkubationszeit ist ein guter Test, um zu sehen, ob eine Idee einen langen Atem hat. Wenn ich ein Konzept nach ein paar Monaten (oder manchmal auch länger) nicht vergessen oder verworfen habe, ist es ein gutes Zeichen, dass da vielleicht etwas dran ist...

 

Bei Deinen erfolgreichsten Spielen handelt es sich überwiegend um Living Card Games (LCG). Wie bist Du dazu gekommen?

The LCG model was born out of a desire to take the over-the-table game experience of a CCG, and remove the need to purchase cards blindly and chase rares. We started this transition process (in 2007) with FFG’s two existing CCGs at the time, A Game of Thrones and Call of Cthulhu, and converted their distribution into the LCG format. After that, we started designing games with the LCG model in mind right from the start.

Das LCG-Modell entstand aus dem Wunsch heraus, dass Over-the-Table-Spielerlebnis eines Sammelkartenspiels zu übernehmen und die Notwendigkeit zu beseitigen, Karten blind zu kaufen und Seltenheiten zu jagen. Wir begannen diesen Übergangsprozess (im Jahr 2007) mit den beiden damals bestehenden Sammelkartenspielen von FFG, A Game of Thrones und Call of Cthulhu, und stellten deren Vertrieb auf das LCG-Format um. Danach begannen wir mit der Entwicklung von Spielen, die von Anfang an auf das LCG-Modell ausgerichtet waren.

 

Woher nimmst Du Ideen für neue Spiele bzw. die fortlaufenden Entwicklungen bei LCGs? Was inspiriert dich?

Ideas can come from anywhere. The idea for a solo CCG/LCG (which ultimately became The Lord of the Rings LCG) came from watching card game players “gold fishing” at GenCon one year. This is where a player takes their deck, shuffles it up, draws a starting hand, and plays through the first few turns of the game against an imaginary opponent – this is done to get a sense of how the deck’s strategy might develop. Watching this, the thought of “what if there was a game where you did that” came to mind, and a conversation with a good friend in a bar after the show confirmed my suspicion that there was something there. As to what inspires me, it’s the concept of excellence that I find most inspiring. It can be a great writer, or musician, or athlete, or poker player –I am inspired by what they put in to get to where they are, and it drives me forward.

Ideen können von überall her kommen. Die Idee für ein Solo-CCG/LCG (aus dem schließlich das "Herr der Ringe"-LCG wurde) entstand, als ich in einem Jahr auf der GenCon Kartenspielern beim "Goldfischen" zusah. Hier nimmt ein Spieler sein Deck, mischt es, zieht ein Anfangsblatt und spielt die ersten Runden des Spiels gegen einen imaginären Gegner - dies geschieht, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich die Strategie des Decks entwickeln könnte. Als ich das sah, kam mir der Gedanke "was wäre, wenn es ein Spiel gäbe, in dem Sie das tun würden", und ein Gespräch mit einem guten Freund in einer Bar nach der Vorstellung bestätigte meinen Verdacht, dass da etwas war. Was mich am meisten inspiriert, ist das Konzept der Exzellenz. Es kann ein großartiger Schriftsteller, Musiker, Sportler oder Pokerspieler sein - ich bin inspiriert von dem, was sie einbringen, um dorthin zu gelangen, wo sie sind, und es treibt mich voran.

 

Hat Magic The Gathering Einfluss auf dich ausgeübt?

It’s impossible to be in the trading card game field and not be influenced by Magic. I’ve found it helpful to ask, “how can we be different, and offer an alternative to Magic?” That type of thinking was what brought about the creation of the LCG model. I also worked closely with Richard Garfield on the KeyForge game, and learned so much from him. The cooperative LCGs, and also games like Netrunner and KeyForge – to me they all seem to be coming from this place of wanting to offer a novel variation on the core Magic concept.

Es ist unmöglich, auf dem Gebiet des Sammelkartenspiels zu sein und sich nicht von Magic beeinflussen zu lassen. Ich fand es hilfreich, zu fragen: "Wie können wir anders sein und eine Alternative zu Magic bieten? Diese Art des Denkens war es, die zur Schaffung des LCG-Modells führte. Ich habe auch bei der Entwicklung des KeyForge-Spiels eng mit Richard Garfield zusammengearbeitet und so viel von ihm gelernt. Die kooperativen LCGs, aber auch Spiele wie Netrunner und KeyForge - sie alle scheinen mir mit dem gleichen Ziel, eine neuartige Variante des Kernkonzepts von Magic anbieten zu wollen.

 

Kannst Du vom Designen neuer Brettspiele leben?

I think it’s something you have to do because you love it. If things break your way, you can make a living as a game designer, but you’re going to need that love to get there.

Ich denke, das ist etwas, das man tun muss, weil man es liebt. Wenn sich die Dinge auf Ihrem Weg durchsetzen, kann man seinen Lebensunterhalt als Spieldesigner verdienen, aber man wird diese Liebe brauchen, um dorthin zu gelangen.

 

Welches Deiner Spiele gefällt Dir am besten und warum?

As a designer, I appreciate the Arkham Horror LCG, because of the way the Act and Agenda decks work together to create stories. As a player, it would have to be the a Game of Thrones card game – it’s the game that got me to where I am, and I love the mindgames that go into choosing plots and trying to anticipate what your opponent is going to do.

Als Designer schätze ich das Arkham Horror LCG wegen der Art und Weise, wie das Act- und das Agenda-Deck zusammenwirken, um Geschichten zu kreieren. Als Spieler müsste es das Kartenspiel Game of Thrones sein - es ist das Spiel, das mich dorthin gebracht hat, wo ich bin, und ich liebe diese Art Spiele, bei denen es darum geht Handlungsstränge auszuwählen und zu versuchen, vorauszusehen, was der Gegner tun wird.

 

Welche Spiele die nicht von Dir stammen gefallen Dir am besten und warum?

I’m a fan of the classics: Chess and Poker are my two favorite games. Back in the early 2000s, I was obsessed with coffeehouse blitz chess. There was a 24-hour coffeeshop down the street from where I was staying that had the most eclectic group of players: immigrants from Eastern Europe, former convicts who honed their games in prison, a couple old Russian Masters, some college chess club kids, and the entire scene revolved around a brilliant International Master named Calvin Blocker. I’d go there every night after work, and we’d all play 5-minute blitz games for quarters from about 9:00 until 3:00 or 4:00 in the morning. This was my standard night for almost 2 years, and I learned quite a bit about competitive gaming in that time. I think that experience was helpful when I came back to CCGs. Lately Poker has been my gaming obsession of choice. I played in the World Series out in Las Vegas in 2019, and am eager to get back after the pandemic. I play a bit online and in a home game, and when we’re not quarantined in a local bar league. I also study under a coaching group – for me one of the big draws of gaming is pushing yourself, learning new things, and seeing your abilities grow over time. The study is as important as the play. I need games like Poker and Chess, that both have a large body of literature and training material built up around them, to scratch that itch.

Ich bin ein Fan der Klassiker: Schach und Poker sind meine beiden Lieblingsspiele. In den frühen 2000er Jahren war ich besessen von Blitz-Schach. Es gab einen 24-Stunden-Coffeeshop in der Straße, in der ich wohnte, der eine bunte Gruppe von Spielern hatte: Immigranten aus Osteuropa, ehemalige Sträflinge, die im Gefängnis an ihren Partien feilten, ein paar alte russische Meister, einige College-Schachklubkinder, und die ganze Szene drehte sich um einen brillanten internationalen Meister namens Calvin Blocker. Ich ging jeden Abend nach der Arbeit dorthin, und wir spielten alle 5-minütige Blitzpartien von etwa 9:00 Uhr bis 3:00 oder 4:00 Uhr morgens. Das war meine Standardnacht für fast 2 Jahre, und in dieser Zeit lernte ich ziemlich viel über Wettkampfspiele. Ich denke, diese Erfahrung war hilfreich, als ich zu den Sammelkartenspielen zurückkam. In letzter Zeit war Poker meine bevorzugte Spielbesessenheit. Ich habe 2019 in Las Vegas an der World Series teilgenommen und möchte nach der Pandemie unbedingt zurückkehren. Ich spiele ein bisschen online, zu Hause und in einer Art Kneipen Liga, wenn es die Quarantänebedingungen zulassen. Ich lerne mit Hilfe einer Trainingsgruppe - für mich besteht einer der großen Vorteile des Spielens darin, sich selbst zu pushen, neue Dinge zu lernen und zu sehen, wie die eigenen Fähigkeiten mit der Zeit wachsen. Das Studium ist genauso wichtig wie das Spiel. Ich brauche Spiele wie Poker und Schach, die beide einen großen Bestand an Literatur und Trainingsmaterial um sich herum aufgebaut haben, um diesen Drang nach Verbesserung zu befriedigen.

 

Wie viele Spiele spielst Du ca. in einer Woche / einem Monat?

I play Poker about 5-6 days a week, and study every day. As for hobby board and card games, I tend to play anywhere from 1-10 different games a week between work and fun, depending on the week. I also enjoy Hearthstone, and try to do the daily quests, and run a Battleground when I can. Finally, I play in several fantasy sports leagues, and am also into the daily fantasy gaming on Draftkings

Ich spiele etwa 5-6 Tage in der Woche Poker und lerne jeden Tag dazu. Was die Hobby-Brett- und Kartenspiele betrifft, so spiele ich je nach Woche zwischen 1-10 verschiedene Spiele (aus Spaß und/oder „geschäftlich“). Mir gefällt auch Hearthstone, und ich versuche, die täglichen Quests zu erledigen und ein Schlachtfeld zu führen, wenn ich kann. Außerdem spiele ich in mehreren Fantasy-Sportligen und mag auch die täglichen Fantasy-Spiele auf Draftkings.

Tags: Interview

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