IMPERIUM: KLASSIK/LEGENDEN

IMPERIUM: KLASSIK/LEGENDEN // erster Eindruck

Eine weitere Neuheit, die das BSN-Team auf den B-REX-Tagen in der wunderschönen Bischofsburg Liebenau testen durften, war das heiß erwartete IMPERIUM: KLASSIK bzw. IMPERIUM: LEGENDEN. Das Deckbau-Zivilisationsspiel erscheint bei GIANT ROC und kann derzeit in der Spieleschmiede gefördert werden. Wenn alles nach Plan verläuft, wird die deutsche Version im Frühjahr 2022 an Unterstützende der Kampagne ausgeliefert. Das Spieldesign stammt aus der Feder von Nigel Buckle sowie Dávid Turczi (ANACHRONY, TEKHENU) und die Illustrationen von Mihajlo Dimitrevski (ARCHITEKTEN DES WESTFRANKENREICHS).

 

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Darum geht es im Spiel

IMPERIUM: KLASSIK/LEGENDEN ist ein komplexes Deckbau-Spiel für 1-4 Personen, die gerne Kenner- oder Expertenspiele spielen. Die Spielzeit beträgt etwa 60-120 Minuten.

In euren Händen liegt das Schicksal einer der größten Zivilisationen der Geschichte. Unter ständiger Bedrohung durch Angriffe müsst ihr neue Länder erobern, wissenschaftliche sowie kulturelle Fortschritte erzielen und euer Volk in die Ära des Imperiums führen. Expandiert ihr zu schnell, werden Unruhen eure Zivilisationen in die Knie zwingen; baut ihr jedoch zu langsam auf, werdet ihr vielleicht nur eine Fußnote den Geschichtsbüchern sein. Als eine von acht radikal asymmetrischen Zivilisationen wetteifert ihr darum, das dominanteste Imperium zu werden, das die Welt je gesehen hat.

 

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IMPERIUM: KLASSIK ist ein eigenständiges Spiel, das die karthagische, keltische, griechische, makedonische, persische, römische, die Wikinger sowie das skythische Volk und einen individuellen Solo-Gegner enthält, der als jede Nation agiert. IMPERIUM: LEGENDEN ist ebenfalls ein eigenständiges Spiel, das die Artuszivilisation, die atlantische, die ägyptische, mauryanische, minoische, olmekische, die Qin- und die utopische Zivilisation sowie einen Solo-Gegner enthält. Es ist außerdem vollständig kompatibel mit IMPERIUM: KLASSIK für Personen, die ihren Pool an Zivilisationen noch weiter ausbauen möchten.

 

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Spielmaterial

Die beiden Spielschachteln von IMPERIUM: KLASSIK und IMPERIUM: LEGENDEN enthalten jeweils die Kartendecks der einzelnen Völker, die je nach Volk 21 bis 29 Karten enthalten, sowie 83 allgemeine Karten. Die Illustrationen auf den Karten sind mit ihren kräftigen, kontrastreichen Farben ein echter Hingucker. Das restliche Material, das nur noch aus einigen Plättchen, einer dreiteiligen Marktleiste und einem sechsseitigen Würfel besteht, bietet allerdings eher eine funktionale Optik. Vor allem die Plättchen wirken etwas leblos.

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Spielaspekte

In IMPERIUM: KLASSIK/LEGENDEN versuchen die einzelnen Zivilisationen an den meisten Ruhm zu gelangen. Dafür müssen Technologien erforscht, Kulturentwicklungen vollzogen, Regionen erobert und Untertanen in Form von Karten unterworfen werden. Diese werden dann dem eigenen Spieldeck in klassischer Deckbau-Manier hinzugefügt. Weniger klassisch ist allerdings der restliche Aufbau des Spielbereichs und der Spielablauf. Zwar gibt es auch hier einen „Markt“, in dem neue Karten ausliegen, um sie dem eigenen Deck hinzuzufügen. Allerdings können diese nur mit bestimmten Karten, die je nach gespieltem Volk verschieden sein können, gekauft werden.

In jeder Runde haben die am Spiel teilnehmenden Personen die Auswahl zwischen einem Aktivierungs- einem Innovations- und einem Revolte-Zug. Wählt man „Aktivierung“ stehen drei Aktions- sowie fünf Erschöpfungs-Plättchen zur Verfügung, die für bestimmte Aktionen oder zum Ausspielen von Karten genutzt werden können. Innovation ermöglicht es, die gesamte eigene Hand abzuwerfen, um eine Karte kostenlos und ohne das Aufnehmen einer „Unruhe“-Karte zu erwerben. Eine Revolte ermöglicht es wiederum, alle von diesen „Unruhe“-Karten, die man aufgrund von negativen Siegpunkten (Ruhm) unbedingt loswerden möchte, von der eigenen Hand wieder in die allgemeine Auslage zu befördern.

Besonders spannend ist der „Nationen“-Stapel, der verdeckt im eigenen Spielbereich liegt und von dem nach jedem erneuten Mischen des eigenen Decks eine Karte dem eigenen Kartenstapel hinzugefügt wird. Ist dieser Stapel aufgebraucht, entwickelt sich die eigene Zivilisation von einem Barbarenvolk zu einem mächtigen Imperium weiter. Von nun an sind alte Barbaren-Karten nutzlos, dafür können die neuen Imperium-Karten ab jetzt benutzt werden. Der Übergang zu einem Imperium will also gut vorbereitet werden.

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Erster Eindruck

Wir haben IMPERIUM: KLASSIK/LEGENDEN eine (nicht vollständige) Partie zu dritt gespielt. Diese Proberunde hat sehr lange gedauert (über zwei Stunden), da die Regeln eine steile Lernkurve aufweisen und die Spielstile der einzelnen Völker nicht auf den ersten Blick zu verstehen sind. Das schlecht strukturierte Regelbuch und die unzähligen Begrifflichkeiten, die es stets nachzuschlagen gilt, erhöhen die Einstiegshürde weiter. Bis zur finalen deutschen Version soll sich da aber wohl noch einiges tun.

Sobald die Regeln und besonderen Spielkonzepte verinnerlicht waren, setzte aber auch der Spielspaß ein. Untermauert von den wunderschönen Illustrationen weiß das sehr komplexe Deckbau-Prinzip mit seinen schier unzähligen Mechanismen und Karteneffekten, die wie Zahnräder eines Uhrwerks ineinandergreifen, durchaus zu gefallen. Hinzu kommt die sehr beeindruckende Zahl von acht Völkern pro Set (also 16, wenn man KLASSIK und LEGENDEN kombiniert), die sich mal mehr und mal weniger unterschiedlich spielen. Während manche Zivilisationen sich nur auf bestimmte Methoden zur Ruhmbeschaffung fokussieren, krempeln andere das gesamte Spielprinzip um. Einzigartige Karten haben aber – anders als in den meisten anderen Deckbauspielen – aber alle Zivilisationen.

Insgesamt vermittelt IMPERIUM: KLASSIK/LEGENDEN ein sehr frisches und unverbrauchtes Spielgefühl. Deswegen könnte es auch für deckbausatte Personen durchaus einen Blick wert sein.

Die Spieleschmiede-Kampagne findet ihr hier.

 

Quellen:

Spieleschmiede

BGG

 

Tags: 1-4 Personen, Spieleschmiede, Komplex, Zivilisation, Antike, Crowdfunding, Kartenspiel, Deckbauspiel

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