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TEST // FIRST CONTACT

TEST // FIRST CONTACT

Ägypten, Land der Pharaonen, Mumien und Pyramiden. Es ist auch das Land der Außerirdischen, doch dieser Fakt wird in modernen Geschichtsbüchern meist ignoriert. Die traditionellen Darstellungen dieser Besucher werden von Archäologen heute als Götterdarstellungen fehl gedeutet. Die Ägypter waren damals anscheinend schon über die irdischen Grenzen hinaus bekannt für außergewöhnliche Souvenirs. Eine Eigenschaft, die sich das ägyptische Volk bis in unsere Zeit bewahrt hat. Noch heute strömen jedes Jahr Touristen zu den Pyramiden in dem Versuch, diesem Talent auf die Spur zu kommen und einiger Souvenirs habhaft zu werden. Reisen Sie mit mir zurück an den Anfang dieser sagenhaften Erfolgsgeschichte.

 

infos zum spiel

Der HUCH Verlag hat uns FIRST CONTACT freundlicherweise kostenlos zur Verfügung gestellt.
Auf unsere Bewertung hat das keinen Einfluss.

 

Ein intergalaktischer Einkaufsbummel

 

Zwei bis sieben Ägypter ab 12 Jahren versuchen in einer 30-60 minütigen Partie FIRST CONTACT, die Schriftsprache der außerirdischen Gäste zu verstehen. Die Aliens sind allerdings nur zum intergalaktischen Einkaufsbummel hier und verlangen nun Runde um Runde nach Geschenken. Sobald ein Außerirdischer die nötige Anzahl Souvenirs bekommen hat, reisen alle wieder ab. Der verständigste Ägypter gewinnt zusammen mit der Alien-Shoppingqueen. Beide dürfen sich als MC‘s (Master of Communications) betrachten und später ein gemeinsames Rap-Album veröffentlichen. Autor dieses bildhaften Wortwechsels ist Damir Khousnatdinov. Die Illustrationen stammen von Alexandra Sharyapova und Sasha Kiselev.

Bei FIRST CONTACT handelt es sich um ein kooperatives Spiel. Die Ägypter spielen dabei jeder für sich und gegen die anderen, während die Außerirdischen versuchen, mit ihnen möglichst gut zusammen zu arbeiten, um die gewünschten Geschenke zu erhalten. Das große Hindernis ist die Kommunikation.

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Die Außerirdischen erhalten eine Sprachtafel, einen Sichtschirm, Gunstplättchen und ein abwischbares Schreibbrett mit entsprechendem Stift. Die Sprachtafel zeigt 25 Begriffe und die ihnen zugeordneten Hieroglyphen.

In der Mitte der Spielfläche werden 25 Gegenstandskarten in einem 5 x 5-Raster ausgelegt. Die Aliens erhalten eine geheime Karte, die „Einkaufsliste“, die verschiedene Gegenstandskarten des Rasters in verschiedenen Farben markiert. Jedem Außerirdischen ist eine Farbe zugewiesen und die „Einkaufsliste“ zeigt, welche Gegenstände auf dem Tisch das jeweilige Alien haben möchte.

Die Ägypter erhalten ihrerseits jeweils einen Sichtschirm und eine Begriffstafel. Diese zeigt jedoch nur die Begriffe, nicht die Hieroglyphen. Sie ist ebenfalls abwischbar und die erlernten Hieroglyphen können hier den jeweiligen Bedeutungen zugeordnet werden. Neben einem Stift erhält jeder noch eine kleine Auswahltafel. Hier wird markiert, welcher Gegenstand dem Alien vorgelegt werden soll.

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Und schon beginnt die erste Runde. Zunächst darf jeder Ägypter ein bis fünf Gegenstände um 90 Grad drehen, deren gemeinsame Eigenschaft ist der Begriff, der von den Aliens erfragt werden soll. Die weisen Besucher dürfen sich beraten, welchen Begriff der Mensch wohl zu erfahren wünscht. Schließlich wird die gewählte Glyphe auf die Schreibtafel gemalt und den Menschen gezeigt. Auch die anderen Ägypter dürfen sich notieren, was sie zu verstehen glauben.

Die anderen Ägypter fragen in gleicher Weise nach Begriffen, dann dürfen die Aliens ihre Wünsche äußern. Dazu werden beschreibende Hieroglyphen auf die Schrifttafel gemalt und die Ägypter markieren einen Gegenstand auf ihrer Auswahltafel und präsentieren sie. Liegt jemand richtig, erhält derjenige ein Gunstplättchen des Aliens. Es ist dabei unwichtig, ob der Mensch das verlangte Geschenk oder einen anderen zufällig richtigen Gegenstand als Geschenk gewählt hat. Hauptsache er bringt Andenken von der Einkaufsliste des Besuchers. Wenn alle Außerirdischen einen Wunsch geäußert und eventuelle Gunstplättchen vergeben haben, beginnt eine neue Runde mit den Ägyptern.

 

Das Material

 

Ein Spielbrett hat FIRST CONTACT nicht. Dafür aber haufenweise abwischbare Papptafeln. Die beiliegenden Stifte schreiben gut und haben ein Schwämmchen zum Wegwischen direkt in der Kappe. Die Sichtschirme sind etwas dünn, erfüllen ihren Zweck aber voll und ganz. Auch Gegenstandskarten gibt es reichlich und sie sind qualitativ alle in Ordnung. Alle sind doppelseitig mit verschiedenen Gegenständen bedruckt. Die Illustrationen von Alexandra Sharyapova und Sasha Kiselev sind dabei eindeutig, aber auch thematisch einigen Hieroglyphen nachempfunden. Die Anleitung ist kurz und reich bebildert. Lesefaule Spieler können aber auch den QR-Code auf der ersten Seite scannen und sich das Erklärvideo anschauen.


Wem die Parallelen aufgefallen sind, der wird es schon geahnt haben. FIRST CONTACT ist eine Kombination aus dem Film Stargate und dem Spiel CODENAMES.

Die Spielidee ist charmant und erschließt sofort intuitiv das Spielgeschehen. Der erste Kontakt zweier Spezies ist natürlich von Verständigungsproblemen geprägt. Die Neugier aufeinander ist spürbar und der Wunsch nach erfolgreicher Kommunikation macht das Erlernen der Hieroglyphen logisch und thematisch passend. Der eigentliche Spielablauf ist im Kern identisch zu CODENAMES, dem Spiel des Jahres 2016.

FIRST CONTACT trennt sich allerdings von den rein verbal geäußerten Hinweisen und verschriftlicht sie. Die Schwierigkeit besteht nicht länger nur im inhaltlichen Verständnis der Wünsche, sondern auch im Verständnis der Sprache als Mittler zwischen beiden Seiten. Diese kommunikative Metaebene macht es für mich spannender als Codenames, verkompliziert das simple Deduktionsspiel aber auch.

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Familien, die keine Lust auf diese zusätzliche Rateebene haben, sollten daher eher Codenames wählen. Alle, denen das bisher zu einfach war, könnten in FIRST CONTACT ihre Wünsche erfüllt finden. Über einen ganzen Abend trägt das Spiel aber nicht. Besonders in der Vollbesetzung mit sieben Personen werden die Denkpausen manchmal etwas länger. Die drei Aliens müssen sich einen kleinen Sichtschirm teilen und die kleinen Gegenstandskarten sind gerade bei etwas größerer Entfernung schwer zu erkennen. Der Platz für unbekannte Zeichen auf den Begriffstafeln der Ägypter ist etwas klein und mit den relativ breiten Stiften schnell voll.

Die ideale Spieleranzahl liegt daher eher bei vier bis fünf Spielern. Manche Situationen können frustrieren, denn wurde ein Schriftzeichen falsch verstanden, ist das erfolgreiche Kommunizieren bei zukünftigen Begriffen umso schwerer. Das Alleinstellungsmerkmal von FIRST CONTACT birgt also auch Probleme. Andererseits ist ja genau das Teil der Spielidee. In größeren Runden würde ich es deshalb eher als Auftakt, denn als Absacker empfehlen. Für ein kürzeres Spiel wird die nötige Anzahl Souvenirs für die Aliens reduziert.

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FIRST CONTACT ist ein nettes Familiendeduktionsspiel, das auch Kenner- und Expertenspieler durchaus einmal versuchen dürfen. Ob Codenames oder FIRST CONTACT besser gefällt, ist abhängig vom persönlichen Geschmack. Es braucht jedoch nicht beide, denn dafür sind sie sich im eigentlichen Spielgeschehen zu ähnlich.

 

Wertung zum spiel

 

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Bilder vom Spiel

Tags: Deduktion, 2-7 Spieler, 45 Minuten, Familienspiel, Kooperativ

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