Test | Zwergar

Test | Zwergar

In den unermesslichen Tiefen der Stollen einer Zwergenstadt entstehen so manch fantastische Gerätschaften. Mit geschickten Händen und kundigem Blick schaffen die bärtigen Bewohner wahre Meisterwerke. Die nötigen Rohstoffe fördern sie aus dem Berg und wandeln mittels ihrer Öfen unter viel Hitze alles zu komplexen Apparaturen um. Jedes fertig gestellte Projekt erhöht das eigene Ansehen und so gelingt nur dem fleißigsten Zwerg der Sieg in „Zwergar“.

 

infos zum spiel

Asmodee hat uns „Zwergar“ freundlicherweise für eine Rezension zur Verfügung gestellt.
Dies hat keinen Einfluss auf unsere Bewertung!

Mit der Lore ganz nach oben

Eine Zwergenstadt wie „Zwergar“ ist ein sehr geschäftiger Ort. Die Hochöfen und Lastenaufzüge stehen niemals still. Effizienz ist allen Zwergen zu eigen. Bis zu vier Personen können sich in der zwergischen Kunst der Effizienz versuchen. Dazu erhalten alle ein eigenes Tableau, zwei erloschene Ofenplättchen und eine Startressource. Nebst dem Vorarbeiter in der eigenen Farbe, erhalten alle noch einen Zwerg zufälliger Farbe. Jede dieser Farben stellt eine andere Art von Spezialisierung dar.

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Je nach Wunsch, kann eine Partie kurz oder normal lang sein, dann dauert sie entweder acht oder zehn Runden. In jeder Runde führen alle nacheinander ihre Züge aus. Am Ende jedes Zuges wird die Projektauslage aufgefrischt, am Ende einer Runde wird der Rundenanzeiger bewegt und sollte jemand mindestens einen brennenden Ofen auf seinem Tableau besitzen, entzündet dieser einen weiteren Ofen.

Im eigenen Zug dürfen bis zu drei Aktionen ausgeführt werden, wobei jede Aktion den Einsatz eines Zwerges oder Vorarbeiters erfordert. Wird eine Figur eingesetzt wird die bereits dort befindliche Figur in den eigenen Vorrat zurückgenommen. Nur Vorarbeiter gehen immer an ihre ursprünglichen Besitzerinnen oder Besitzer zurück. Je nach Farbe des eingesetzten Zwerges, darf nun die Ortsaktion ausgeführt werden. Ein Zwerg mit passender Spezialisierung führt weitere Sonderaktionen aus.

Um in der unterirdischen Welt von „Zwergar“ erfolgreich zu sein, müssen Projektkarten bezahlt und damit Siegpunkte verdient werden. Dafür ist es selbstverständlich nötig in den tiefsten Schächten nach den Rohstoffen Kohle, Erz, Gold und Juwelen zu schürfen. Die Rohstoffe werden in die eigene Lore auf der entsprechenden Ebene geladen und dann durch den großen Aufzug nach oben bewegt. Erst wenn die höchste Ebene erreicht ist, stehen sie den Spielerinnen und Spielern auch zur Verfügung. Natürlich erfordert auch das Bewegen des Aufzuges einen fleißigen Zwerg. Beim Alchemisten können Rohstoffe umgewandelt und in der Schmelze sogar veredelt werden. Die Schmiede bietet die Möglichkeit neue Öfen zu bauen. Diese sind nötig, denn immer wieder erfordern Projekte und Aktionen Wärme, die von Öfen generiert wird. Am Ende des eigenen Zuges verfällt alle ungenutzte Wärme.

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Ein Vorarbeiter darf Ofenplättchen an den verschiedenen Aktionsorten einrichten, die immer dann Wärme erzeugen, wenn Zwerge der Mitspielenden dort eingesetzt werden. In der Mine bringen sie keine Wärme, durch ihr zusätzliches Licht erhöhen diese allerdings den Ertrag für ihre jeweiligen Besitzerinnen und Besitzer, wenn sie Zwerge dahin entsenden. Vorarbeiter sind etwas faul und fahren aus der Mine mit dem Aufzug wieder an die Oberfläche.

Wenn der Aufzug der Mine das Herz der Stadt ist, so ist der Tisch des obersten Vorarbeiters von „Zwergar“ mit seinen zahlreichen Projektkarten die Schaltzentrale. Jedes Projekt hat zwei Bereiche, die entweder zusammen oder zeitversetzt voneinander erfüllt werden können. Jeder Bereich bringt Siegpunkte. Je nach Personenanzahl wird mit unterschiedlich vielen Projektkartensets gespielt. Manche bringen Sonderfähigkeiten, andere einmalige Effekte mit sich. Wer nach der vereinbarten Rundenanzahl die meisten Siegpunkte hat, gewinnt „Zwergar“.


Die besondere Kernmechanik von „Zwergar“ ist der Ressourcenaufzug der Mine. Die dicken Lorenplättchen fördern ständig neue Rohstoffe zutage und ermöglichen so das Voranschreiten auf der Punkteleiste. Besonders sind auch die kleinen bemalten Steine, die als Ressourcen im Spiel dienen. In dieser surrenden Maschinerie läuft alles nur so lange wie geschmiert, wie die Spielerinnen und Spieler den Spagat zwischen Ressourcen beschaffen und ausgeben auch hinbekommen. Schnell kann ein beabsichtigtes Projekt an die Konkurrenz gehen und man gerät auf der Punkteleiste ins Hintertreffen. Für einen Zwerg gibt es scheinbar nichts Schlimmeres als Ineffizienz.

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Das Zwergar-Konstrukt funktioniert recht gut und alles in allem ist es ein gelungenes, simples und schnell gespieltes Arbeiter-einsetz-Spiel. Die Gestaltung der Karten ist sehr gut und neben vielen Rohren und Öfen finden auch immer wieder kleine popkulturelle Anspielungen Platz in den Bildern. Als begeisterter Zwergenfreund, konnte ich mich allerdings nur bedingt mit dem Spiel anfreunden, denn es gibt da schon ein paar kleine Steinchen im großen Getriebe…

Die Idee bemalte Steine als Ressourcen zu verwenden, mag sich aus umweltfreundlichen Gründen gut klingen, allerdings sind alle Brocken sehr unterschiedlich in ihrer Größe. Besonders bei den matten Juwelen und der Kohle fallen die Stellen sehr schnell auf, an denen ganze Teile abbrechen. Da helfen auch die kleinen Schachteln nicht, die dem Spiel beiliegen.

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Und an dieser Stelle muss ich mit einer Lüge aufräumen. Es gibt im Spiel keine Kohle. Laut Anleitung ist es Stein. Aber warum Zwerge Steine als Rohstoff in Minen abbauen sollten, leuchtete niemandem ein. Und da stets alle die schwarzen Brocken sofort als Kohle identifizierten, habe ich das einfach nicht mehr korrigiert. Die Projektkarten wirken auch nach mehreren Partien noch unausgeglichen. Manche sind sehr günstig und bringen mit jeder Karte aus dem Set mehr Punkte. Andere haben eher schwache Effekte, kosten dafür aber obszöne Rohstoffmengen. Diese Unausgeglichenheit kommt besonders in kurzen Spielen deutlicher zum Tragen, weshalb ich eigentlich nur die lange Version empfehlen kann.

Obwohl es im gesamten Spiel keine einzige Zwergin gibt und ganz „Zwergar“ dadurch eher an eine testosterongesteuerte Tretmühle erinnert, ist es dennoch ein sehr gelungenes Spiel. Die Mischung aus „Glück auf“ und „Räuber der Nordsee“ macht Spaß und bietet ein interessantes Organisationsrätsel. Und wer, genau wie ein Zwerg, ein Herz für glänzendes Metall, Spitzhacken und mitreißende Lieder darüber hat, dem kann ich nur sagen: I am a dwarf and I‘m digging a hole.

 

Wertung zum spiel

 

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