TEST // VALHALLA

TEST // VALHALLA

VALHALLA hat, selbst wenn es im Spiel nur so vor muskelbepackten Hünen und Kriegerinnen strotzt, leicht überschaubare Regeln. Das Lesen der Anleitung dauert rund 30 Minuten, bei den ersten 1-2 Spielen des Grundspiels erfolgten noch ein paar Blicke zum Verdeutlichen in die Anleitung. Davon abgesehen bietet die übersichtliche Spielhilfe alle Informationen, die benötigt werden. Allerdings musste die Anleitung in den ersten Partien dann doch immer wieder zum Nachschlagen der verschiedenen Symbole auf den Karten herangezogen werden. Doch diese sind in einem eigenen Kapitel leicht auffindbar aufgelistet, weswegen dies kein Problem darstellt.

Neben dem Grundspiel sorgen die verschiedenen Erweiterungs-Module für Abwechslung im Spiel. Sie bringen zwar immer nur kleinere Änderungen oder Neuerungen, doch sorgen sie damit für neue Wege, an die Schlachten heranzugehen. Dabei handelt es sich nicht nur einfach um ein Set neuer Klassen, sondern es sind durchweg gut durchdachte und ausbalancierte kleine Erweiterungen. Der Solomodus des Spiels ist nicht nur eine kleine Variation der kompetitiven Regeln, auch hier steckt ein gut durchdachtes und ausgewogenes Konzept dahinter.

Überhaupt macht VALHALLA einen sehr rundgeschliffenen Eindruck. Auch wenn das Spiel leicht zu erlernen ist, bietet es doch verschiedene Möglichkeiten, strategisch vorzugehen. Es gibt zwar nur 4 Möglichkeiten, aus denen in jedem Zug gewählt werden kann, aber es kann einen großen Unterschied machen, ob nun eine Extrakarte gezogen, angegriffen oder Helden ausgelegt werden.

Bereits beim Auslegen der KriegerInnen stellt sich immer wieder die Frage, welche Synergien geschaffen werden sollten. Hat man selbst genügend Karten auf der Hand, um einen Bonus für ausgelegte Stämme zu erhalten, oder wäre es besser, auf die ausgelegten Karten eines Gegners zu setzen? Lege ich lieber stärkere Einheiten aus, um schnell viel Stärke und Ruhm zu erhalten oder gehe ich lieber auf kleinere Einheiten, die nur mit Synergieeffekten Erfolg versprechen. Bei großen Einheiten entsteht das Problem, dass diese mehr Waffen zum Aktiveren benötigen, während kleinere Einheiten da deutlich ressourcenfreundlicher sind. Oder ist es doch besser eine Extrakarte zu ziehen in der Hoffnung, dass in der nächsten Runde mehr Taktikkarten auf der Hand sind, die bei einem Angriff eine deutlich höhere Gewinnchance schaffen.

Von den Anforderungen an die Gruppe würde ich VALHALLA als Familienspiel Plus einordnen. Es gibt zwar die eine oder andere Finesse bei der Taktik, im Großen und Ganzen dürfte es aber auch bei unerfahrenen Spielern und Spielerinnen keine Überforderung hervorrufen. Die Regeln sind überschaubar und je nach Größe der Gruppe ist eine realistische Spielzeit von rund 30-60 Minuten auch nichts, was Gelegenheitsspieler abschrecken dürfte. Ich hatte auf jeden Fall sehr viel kurzweiligen Spaß beim Versuch, mit meinen Truppen den größten Ruhm in VALHALLA zu versammeln, und werde sicherlich auch in der Zukunft noch so manchen Ragnarök über mich ergehen lassen!

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Tags: 1-6 Spieler, Strategie, Kartenspiel, Handmanagement, Familienspiel, Wikinger

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