TEST // CARROSSEL

TEST // CARROSSEL - Fazit, Wertung von Uwe + Bilder

 

 uwe

CARROSSEL war das erste Brettspiel, welches ich mit meiner Freundin auf der SPIEL´19 ausprobiert habe. Schon nach wenigen Runden waren wir äußerst angetan und kauften uns das Spiel. Doch hat es CARROSSEL geschafft, sich im bunten Jahrmarktstreiben einen festen Platz im Herzen von uns Kind gebliebenen Erwachsenen zu erobern oder ist das Fahrgeschäft schnell wieder in Vergessenheit geraten?

Gefallen hat mir an CARROSSEL, dass es einen trotz seiner kindgerechten Aufmachung durchaus fordert. Wo lege ich jetzt welches Plättchen hin, um nach der nächsten Runde (dieses Wort hat hier durchaus mehrere Bedeutungen) möglichst viele Kundenkarten werten zu können? Um diese Frage richtig zu beantworten, müssen die Spieler:innen wachen Geistes sein und auch manches Mal ordentlich grübeln. Trotzdem kommen bei CARROSSEL nie lange Wartezeiten auf, da es dem Zufall überlassen ist, welche Kunden als Nächstes ihren Weg zum CARROSSEL finden, und ein weites Vorausplanen damit erschwert ist (ausgenommen im Spiel zu zweit, in dem die nächsten Kunden offen ausliegen).

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Aus den oben genannten Gründen schätze ich CARROSSEL auch nicht als Familienspiel ein, obwohl es sich auf den ersten Blick als solches präsentiert. Gerade Gelegenheitsspieler:innen könnten schnell einen Drehwurm bekommen und vor lauter Überforderung frustriert den Tisch verlassen.

Weil CARROSSEL für mich ein taktisches Spiel auf seichtem Kennerniveau ist, finde ich es etwas schade, dass eine Fahrt aufgrund der geringen Anzahl an Kundenkarten viel zu schnell endet. Das ist vor allem dann problematisch, wenn Spieler:innen bis kurz vor Schluss keine Fisch-Karte ergattern konnten, da nur mit dieser die eigenen Kunden von den Tier-Plättchen entfernt werden können und somit eine erneute Wertung dieser ausgelöst wird. Gelingt ihnen dies vielleicht auch aus Pech nicht, ist der Sieg ziemlich sicher dahin.

Wer mich kennt, weiß, dass ich ein großer Fan von Spielen bin, bei denen Mechanik und Thema Hand in Hand gehen. Und das ist bei CARROSSEL definitiv der Fall, da sich der Spielplan wie bei einem echten Karussell die ganze Zeit dreht. Die kunterbunten Pferde und die an Kassenhäuschen erinnernden Sichtschirme tun ihr Übriges, sodass ich bei CARROSSEL ganz in das Thema eintauchen kann.

Das Spiel punktet außerdem mit seiner wunderschönen Aufmachung und dem wertigen Spielmaterial. Leider wurde bei CARROSSEL aber ausgerechnet an den zahllosen Standfüßen für die Kunden-Aufsteller gespart. Diese schließen nicht eng genug ab, was den Spielaufbau jedes Mal gravierend verlangsamt und dazu führt, dass die Pappen mit der Zeit kaputt gehen.

 

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Auch das Fehlen einer Spielhilfe möchte ich an dieser Stelle noch bemängeln. Es stört den Spielfluss doch ungemein, wenn die Spieler:innen die Fähigkeiten der Kunden-Karten immer wieder auf der Rückseite der Anleitung nachschlagen müssen.

Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen, dass CARROSSEL trotz seiner Mängel ein grundsolides Spiel ist, das wir immer einmal wieder auf den Tisch bringen. Am meisten Spaß machen Partien zu viert. Zu zweit ist CARROSSEL durch die Warteschlangen etwas planbarer. Da die Spieler:innen in diesem Fall zwei Sektoren kontrollieren, ist das Spiel jedoch auch noch chaotischer und anspruchsvoller.

Wer also etwas mit dem Thema anfangen kann, innovative Spielmechaniken schätzt und auch nicht davor zurückschreckt, sein räumliches Vorstellungsvermögen auf die Proben zu stellen, sollte zugreifen. Allen anderen würde ich erst einmal eine Probepartie empfehlen. Und wer weiß, vielleicht war das ja dann nicht die letzte Fahrt in jenem nostalgisch anmutenden CARROSSEL.

 

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Bilder vom Spiel

Tags: 30 Minuten, Puzzle, Abstrakt, 2-4 Spieler

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