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TEST // Teotihuacan

TEST // Teotihuacan

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„Teotihuacan“ hat mich wirklich überrascht. Am Anfang ist es erschlagend, wenn die acht Aktionsfelder beschrieben, die Aktionsmöglichkeiten aufgezeigt und die diversen Mechaniken beschrieben werden. Das Beste ist, nicht zu versuchen, alles zu verstehen und nicht schon in der ersten Partie den Anspruch zu hegen alles richtig zu machen. Losspielen und diese Spielwelt erkunden ist vollkommen ausreichend. Tatsächlich kamen alle Spieler verhältnismäßig schnell in der Spielwelt an und ab dann kann taktiert werden. Zum einen sollte ein Plan vorhanden sein, zum anderen ist Timing auch enorm wichtig. Da die Arbeiter immer im Rondel laufen und jede Runde ein Spieler nur einen Würfel bewegen darf (ohne Bonusplättchen) ist es manchmal wichtig mit dem Pulk zu laufen und oft auch wichtigen abseits vom Pulk zu bleiben. Wer Kakao benötigt, der sollte in der Gruppe bleiben. Wer ernsthaft produzieren will, sollte versuchen drei Würfel auf einem Feld zu vereinen. Das bringt sehr viele Rohstoffe oder andere Funktionen wie Produzieren. Doch dafür müssen dann vorab genug Rohstoffe angesammelt worden sein. Das können die Mitspieler dann erahnen und eventuell ein Feld teurer machen, in dem dort ein Würfle liegen bleibt.

Was ebenfalls geschickt geregelt ist, ist die variable Spielrunden-Anzahl. Durch das auffahren der Würfel, was die Spielzeit verkürzt, kann gegen ende der Zyklen oder auch des Spiels gezielt eine Runde weggenommen werden, die unter Umständen über Sieg oder Platz zwei entscheiden kann. In einer Partie war das tatsächlich der Fall, dass die Abkürzung den führenden Spieler den Sieg kostete.

Es bleibt bei Spielern mit ähnlichem Spielniveau lange spannend und auch wenn ein Spieler vorneweg rennt, kann ein anderer Spieler am Ende durch viele Endpunkte einigen Boden gutmachen. Äußerst bemerkenswert ist der "Pfad der Toten", der in der im ersten und zweiten Zyklus noch gut Punkte bringen kann, aber mit jedem gebauten Haus an Wert abnimmt. Dafür werden die Tempelleisten zum Spielende immer interessanter und können zahlreiche Punkte bringen. Eine Taktik das ganze Spiel durchzuziehen reicht hier nicht, es muss variabel agiert werden.

Das beste am Spiel ist jedoch, dass ich es gleich wieder spielen will. Das Spielfeld als auch die Technologien sind variabel. Das verändert den Schwerpunkt des Spiels jedes Mal in eine andere Richtung. Mehr kann ein komplexes Kennerspiel kaum bieten.

Wer anspruchsvolle Spiele mag und vielleicht auch schon „Tzolk'in“ mochte der wird mit „Teotihuacan“ viel Freude haben. Daniele Tascini hat hier einmal mehr bewiesen, dass er der Meister der Würfel ist.

Wertung

Wertung // Teotihuacan – gelungener Ausflug nach Mexiko

Bilder vom Spiel

Tags: Strategie, Solospiel, Worker Placement, 1-4 Spieler, Variable Helden-Fähigkeiten, Set sammeln, Auslegen, Antike, Rasterbewegung

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